Ausgebrannter Ford in Leipzig: Das ist die irre Geschichte hinter dem Auto

Von Anke Brod

Leipzig - Im Leipziger Stadtteil Reudnitz brennt über Nacht ein Ford aus (TAG24 berichtete). Die Polizei vermutet einen Entsorgungsversuch, doch wie sich nun herausstellte, steckt weit mehr hinter dem Fall, als zunächst gedacht.

Der ausgebrannte Ford war vor seiner "Entsorgung" noch in eine wilde Verfolgungsjagd verwickelt.
Der ausgebrannte Ford war vor seiner "Entsorgung" noch in eine wilde Verfolgungsjagd verwickelt.  © Anke Brod

Die wahre Story hinter dem altgedienten Ford, der nicht wie seine verstorbenen Artgenossen in Würde auf dem Autofriedhof liegen darf, mutet tatsächlich wie ein Rodeo aus dem Wilden Westen an. 

Wie es in einer Polizei-Pressemitteilung vom 6. April geschrieben steht, erhielt das geplagte Vehikel vor der unromantischen Einäscherung am Kleingartenverein "Martinbrücke" eine unfreiwillige Rolle einer wilden Verfolgungsjagd!

Zum Hintergrund: Nach dem versuchten Einbruch in ein Lottogeschäft an der Stötteritzer Straße in Reudnitz-Thonberg waren am 6. April drei Tatverdächtige in den frühen Morgenstunden vor der Polizei getürmt. Sie versuchten in einem nicht zugelassenen silberfarbenen Ford, DEM FORD, mit gestohlenen Kennzeichen einer Kontrolle zu entkommen.

Während der Flucht sprang eine Person tollkühn aus dem Fahrzeug und rannte davon. "In der Nerchauer Straße stiegen auch die beiden anderen Tatverdächtigen aus und ließen das Fahrzeug zurück", liest sich die Schilderung zu der Verfolgung. Sogleich rollte der Ford offenbar unbesetzt weiter, aber nur, um vor dem Kleingartenverein "Martinbrücke" in ein dickes buntes Fernwärmerohr zu krachen! 

Ein 26-jähriger Tatverdächtiger stürzte bei seiner Flucht und verletzte sich. In diesem Zuge ergriffen ihn die verfolgenden Polizisten. Der 19-jährige Komplize wurde später in Tatortnähe gestellt, einem dritten Täter gelang unerkannt die Flucht.

Ford in Verfolgungsjagd verwickelt: Polizei hat Hinweise auf den letzten Täter

Schließlich fand er auf dem Gelände des Gartenvereins "Martinbrücke" sein unromantisches Ende.
Schließlich fand er auf dem Gelände des Gartenvereins "Martinbrücke" sein unromantisches Ende.  © Anke Brod

Am Freitag erfuhr TAG24 von der Polizeidirektion Leipzig, dass der alte Ford seinerzeit über Ebay verschenkt wurde und keinen reellen Wert mehr aufwies. 

Weil er vor den heiligen Hallen des Kleingartenvereins unterhalb der Nerchauer Straße "sicher abgestellt" war, wurde er dort behördlicherseits nicht abgeholt. Es gebe aber die Eigentümerpflicht, das Fahrzeug selber zu bergen, erklärte Pressesprecher Olaf Hoppe. "Diese Frist ist heute abgelaufen", sagte er. 

Sicherlich werde es anläßlich des Brandes nun aber eine neue Entsorgungsaufforderung geben. Dies liefe dann über die Stadt Leipzig.

"Die Polizei kennt den Fahrzeughalter und steht mit ihm in Kontakt", beruhigt Hoppe und informiert: "Und wir haben Hinweise auf den flüchtigen Täter!"

Die gescheiterten "Lottokönige" müssen sich unter anderem wegen des Versuchs des besonders schweren Diebstahls und Verkehrsunfallflucht verantworten.

Titelfoto: Anke Brod

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