Statuen mit Kochlöffel und Kittelschürze? Deshalb hält Bach eine Klobürste

Leipzig - Ob am Mendebrunnen auf dem Augustusplatz, vor dem Zeitgeschichtlichen Forum oder an der Thomaskirche - am Sonntag trugen plötzlich Statuen in der ganzen Stadt Kittelschürzen, Kochlöffel und Klobürsten...

Mit Kochlöffeln und Klobürsten für mehr Gleichberechtigung.
Mit Kochlöffeln und Klobürsten für mehr Gleichberechtigung.  © Facebook/Prisma Leipzig

So mancher Passant in der Leipziger Innenstadt wird sich schon gefragt haben, warum der berühmte Komponist Johann Sebastian Bach (1685-1750) plötzlich eine Klobürste in der Hand hält.

Doch diese witzige Aktion hat einen ernsten Hintergrund. 

"Von Einigen werden diese Utensilien fast täglich gebraucht, andere kommen damit wenig in Berührung", schreibt die linke Leipziger Gruppe "Prisma" bei Facebook.

Anlass ist der Internationale Frauentag. Denn Frauen übernähmen noch immer den "Großteil der unbezahlten Arbeit im Haushalt: Sie putzen, kochen, waschen, versorgen und erziehen Kinder, pflegen Alte und Kranke", so die Aktivisten.

"Wir sagen: Es reicht! Diese Arbeit ist gesellschaftlich notwendig! Sie muss gesehen werden." 

Deshalb schmückte die Gruppe über Nacht viele bekannte Leipziger Statuen und Skulpturen mit typischen "Haushaltsutensilien".

So wollen sie auf die Straße bringen, "was sonst im Privaten, in den eigenen vier Wänden, stattfindet."

Diese Arbeit sei nicht selbstverständlich und müsse aufgewertet und vor allem gerechter verteilt werden, fordert die Gruppe weiter. "Damit wir es auch in Zukunft schaffen, dass alle angemessen umsorgt, alle Töpfe gespült und alle Tränen getrocknet werden können."

Die Statuen des Leipziger Mendebrunnens auf dem Augustusplatz trugen plötzlich Schürzen. (Archivbild)
Die Statuen des Leipziger Mendebrunnens auf dem Augustusplatz trugen plötzlich Schürzen. (Archivbild)  © Jan Woitas/ZB

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