Leipzig - Abrissparty in der Messestadt: Nach ihren Auftritten bei "Rock am Ring" und "Rock im Park" waren die aktuellen Poster Boys des Heavy Metal, "Bad Omens", am Montag zu Gast in Leipzigs Quarterback Immobilien Arena. Dabei lieferten die US-Amerikaner eine Show par excellence ab. Für die Überraschung des Abends sorgte jedoch die Vorband: "Bilmuri".
Denn während es die Headliner um Sänger Noah Sebastian (30) bei Altbewährtem beließen und dabei mitunter etwas gehemmt wirkten, strotzte die Band, die da vor ihnen auf der Bühne stand, nur so vor kreativem Chaos. Da griff der Keyboarder für einige Songs kurzerhand zum Banjo und Saxophonistin Gabi Rose wechselte auch mal zur Flöte, um dem wilden Mix aus brachialen Metal-Riffs und Popsong-artigen Hooklines die perfekte Note zu verpassen.
Klingt verrückt? Ist es auch! Aber Bandleader Johnny Frank und seine Mitstreiter tragen es mit einer Finesse und Spielfreude vor, dass es wie die Faust aufs Auge passt. Da startet "More Than Hate" mit einer Gitarrenwalze, bei der selbst Metallica neidisch würden, um dann in eine Strophe überzugehen, die so sanft daherkommt, dass sie fast schon gebrechlich wirkt.
All das, während das Sextett scheinbar genau weiß, dass die 10.000 Menschen in der Arena an diesem Abend nicht ihretwegen gekommen sind - und sich entsprechend ein Bein rausreißen, um ihre Gunst zu gewinnen. Vor allem Saxophonistin Rose ist da nochmals zu erwähnen, die über die Bühne hechtet, als wäre sie ihr zweites zu Hause.
Keine Frage, wer diese Band noch nicht kennt, sollte sie definitiv im Auge behalten. Ein, zwei Jährchen noch und vielleicht sind sie dann die Headliner in der Arena.
Circle Pits und Wall of Death: "Bad Omens" liefern fulminante Show in Leipzig
Dann hoffentlich mit einer Produktion, wie sie im Anschluss "Bad Omens" lieferten. Denn auch wenn Noah Sebastian und seine Mannen an diesem Abend etwas zahm wirkten, die Bühnenshow, die sie abfeuerten, war es definitiv nicht!
Da wurden bereits ab dem zweiten Song "Glass House" die ersten Pyro-Effekte gezündet, während die Menge vor der Bühne zeitgleich den ersten Circle Pit des Abends einleitete. Bei Hits wie "Artificial Suicide" und "Anything > Human" bildete eine Lasershow die Kulisse, wie viele sie wohl eher bei einer Techno-Party erwarten würden, die die Atmosphäre der Songs jedoch perfekt einfing. All das, während Gitarren und Schlagzeug mit einer Gewalt aus den Lautsprechern hämmerten, als gäbe es kein Morgen mehr!
Das Publikum vor der Bühne fing all das perfekt ein, ließ sich bei "Nowhere To Go" sogar zur Wall of Death hinreißen und bildete beim Rausschmeißer "Dethrone" nicht nur einen oder zwei, sondern gleich drei Circle Pits, die durch die Menge rotierten.
Ein fulminanter Abend, der eindrucksvoll zeigte, wie sich "Bad Omens" innerhalb kürzester Zeit einen Platz im Metal-Olymp sicherten, gleichzeitig mit "Bilmuri" aber auch einen neuen Stern am Himmel der harten Musik präsentierte. Bleibt zu hoffen, dass es die Amerikaner bald wieder über den Atlantik schaffen. Davon wollen wir definitiv mehr sehen!