Für mehr Lohn im Kfz-Handwerk: Sachsens "Schrauber" gehen heute auf die Straße

Leipzig/Dresden - IG Metall lässt die Muskeln spielen: Mit Warnstreiks und Menschenketten auf den Automeilen von Leipzig und Dresden wollen die Gewerkschafter am heutigen Dienstag Druck für eine bessere Bezahlung im Kfz-Handwerk machen.

Findet die Entlohnung im sächsischen Kfz-Handwerk viel zu gering: IG Metall-Verhandlungsführer Bodo Grzonka.
Findet die Entlohnung im sächsischen Kfz-Handwerk viel zu gering: IG Metall-Verhandlungsführer Bodo Grzonka.  © IG Metall

Kfz-Mechatroniker ist noch immer einer der beliebtesten Ausbildungsberufe in Sachsen. Doch immer mehr Gesellen verlassen das Handwerk nach der Lehre in Richtung Industrie.

Und das ist der Grund: Während ein Vollzeitbeschäftigter nach Angaben des Statistischen Landesamtes in einem großen Autowerk im Schnitt 3706 Euro (Brutto) Monatslohn bekommt, sind es in tarifgebundenen Autohäusern lediglich 3372 Euro, in freien Werkstätten gar nur 2484 Euro.

Nur ein Drittel der jungen Gesellinnen und Gesellen verbleibe in den Kfz-Betrieben, weiß IG Metall-Verhandlungsführer Bodo Grzonka. Deshalb will die Gewerkschaft in der aktuellen Tarifrunde ein dickes Lohnplus von vier Prozent und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung erkämpfen.

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In Leipzig und Dresden werden deshalb am Dienstag mehrere große Kfz-Betriebe bestreikt, darunter Stern-Auto (Mercedes), die BMW-Niederlassungen sowie Dependancen von Audi, VW und MAN.

Auch hier bei Stern-Auto in Dresden soll heute gestreikt werden. Auf der Dohnaer Straße will die IG Metall eine Menschenkette bilden.
Auch hier bei Stern-Auto in Dresden soll heute gestreikt werden. Auf der Dohnaer Straße will die IG Metall eine Menschenkette bilden.  © Thomas Türpe

Zudem wollen die Streikenden auf den Automeilen Menschenketten bilden - ab 12 Uhr auf der Dohnaer Straße in Dresden und ab 13.30 Uhr auf der Richard-Lehmann-Straße in Leipzig.

Titelfoto: Thomas Türpe

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