Längere Veranstaltungen und noch ein verkaufsoffener Sonntag: So will Leipzig seine Innenstadt wieder beleben

Leipzig - Leipzigs Stadtzentrum mit seinen zahlreichen Marktveranstaltungen hat im Zuge der Corona-Pandemie 2020 hart gelitten. Vor allem Händler, Schausteller und Handwerker mussten wegen ausgefallener Events immer wieder Einnahmeeinbußen hinnehmen. Mit gleich mehreren Vorhaben wollen Leipzigs Verwaltung und Stadtrat den Betroffenen nun unter die Arme greifen.

Leipzig will wieder mehr Leben in seine Innenstadt bringen, sobald dies möglich ist. Im Stadtrat wurden nun Pläne dafür beschlossen. (Symbolbild)
Leipzig will wieder mehr Leben in seine Innenstadt bringen, sobald dies möglich ist. Im Stadtrat wurden nun Pläne dafür beschlossen. (Symbolbild)  © jikgoe/123RF

Geplant sind unter anderem Veranstaltungsverlängerungen und ein mit anderen sächsischen Kommunen abgestimmtes Antragsverfahren für einen zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag.

Vonseiten der CDU wurde zudem während der Ratsversammlung am Mittwoch gefordert, dass bei allen Veranstaltungen der Wochenmarkt in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz stattfindet.

"Unbestritten ist, dass unser Marktgeschehen extrem gelitten hat", erklärte CDU-Stadtrat Falk Dossin dazu. "Der Vorschlag der SPD ist gut und sollte gerade im Interesse aller Leipziger berücksichtigt werden."

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Die Sozialdemokraten hatten die Verwaltung aufgefordert, ein Konzept zu erarbeiten, um den Markt für zusätzliche Veranstaltungen zu nutzen und so für eine Belebung des Stadtzentrums zu sorgen, sobald dies möglich ist.

Vonseiten des Marktamtes hieß es dazu bereits im Vorfeld, dass es in der Innenstadt kaum noch freie Zeiträume für neue bzw. zusätzliche Veranstaltungen gebe. Gleichzeitig lieferte das Amt jedoch einige Vorschläge, wie der Antrag umgesetzt werden könne.

Mit diesen Maßnahmen soll Leipzigs Innenstadt belebt werden

Markthändler und Schausteller hatten im Zuge der Corona-Pandemie stark gelitten und immer wieder Einnahmeeinbußen hinnehmen müssen. (Symbolbild)
Markthändler und Schausteller hatten im Zuge der Corona-Pandemie stark gelitten und immer wieder Einnahmeeinbußen hinnehmen müssen. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Die einzelnen Pläne um Überblick:

  • Das trotz Corona auch 2020 durchgeführte Weinfest wird in diesem Jahr um eine Woche verlängert. Die Veranstaltung habe sich seit 2015 kontinuierlich weiterentwickelt und auch die Mehrzahl der dazu befragten Händler habe bereits die Verlängerung befürwortet.
  • Die eigentlich geplante Verkürzung der Markttage auf eine Woche wird ausgesetzt. Es soll bei zehn Tagen Laufzeit bleiben.
  • Schaustellern sollen derweil auch weiterhin "außerplanmäßige", befristete Sondernutzungen an Einzelstandorten in der Innenstadt ermöglicht werden.
  • Darüber hinaus sollen Schausteller bei der Vorbereitung der Kleinmessen "größtmöglich" unterstützt werden, um deren Durchführung zu ermöglichen. Als Beispiele nannte die Stadt an dieser Stelle unter anderem das Aufstellen von Sicherheits- und Hygienekonzepten sowie die Terminfindung.
  • Das Passagenfest soll ebenfalls umfassend unterstützt werden, sowohl logistisch und planerisch.
  • Hinzu kommt noch die Beantragung eines vierten verkaufsoffenen Sonntags.

Der Vorschlag wurde schließlich mit großer Mehrheit angenommen. Die SPD sorgte sich bei den Vorschlägen von CDU und Verwaltung lediglich darum, dass der Wochenmarkt zu stark auseinander gezogen würde, wenn die Stände auch in die Seitenstraßen ziehen müssen. Dies soll möglichst verhindert werden, so die Einigung darauf.

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"Wir haben etwa 100 Händler auf dem Markt. Die wollen wir möglichst gut zusammen halten", erklärte Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD) dazu. "Wahrscheinlich ist das auf dem Augustusplatz am besten möglich, aber wir wollen uns da nicht anderen Möglichkeiten verschließen."

Titelfoto: jikgoe/123RF

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