Leipzig startet "Click&Meet" und kritisiert neue Corona-Schutz-Verordnung

Leipzig - In der Ratsversammlung am Donnerstag hat es Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD) bereits angekündigt, nun ist es offiziell: Leipzig macht von der Öffnungsklausel der neuen Corona-Schutz-Verordnung Sachsens Gebrauch und ermöglicht ab Dienstag Lockerungen wie "Click&Meet". Gänzlich ohne Kritik fällt die Bekanntgabe allerdings nicht aus.

Leipzig will ab dem 6. April Lockerungen ermöglichen und Geschäfte, Museen, Galerien sowie körpernahe Dienstleistungen wieder öffnen lassen.
Leipzig will ab dem 6. April Lockerungen ermöglichen und Geschäfte, Museen, Galerien sowie körpernahe Dienstleistungen wieder öffnen lassen.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

"Grundsätzlich hatte sich die Stadt Leipzig eine klarere und eindeutigere Verordnung des Freistaats erhofft", heißt es beispielsweise in der Mitteilung, die die Verwaltung der Messestadt am Donnerstag veröffentlichte.

Der Grund für die Kritik: Die neue Schutzverordnung lässt Öffnungen erst ab Dienstag zu. Sowohl am heutigen Donnerstag als auch am Samstag, den 3. April, müssen die Geschäfte der Messestadt noch geschlossen bleiben. "Mit der vorliegenden Verordnung kommt die 'Osterruhe', die die Bundeskanzlerin zurückgezogen hatte, in Sachsen durch die Hintertür", heißt es weiter.

Die neue Verordnung lässt Öffnungen darüber hinaus zwar "ausdrücklich zu", allerdings unter der Bedingung, dass in Sachsen nicht mehr als 1300 Krankenhausbetten auf Normalstationen mit Covid-19-Patienten belegt sind. Derzeit liege die Auslastung bei 1019 Betten.

Wann der kritische Wert erreicht ist, könne aktuell noch nicht gesagt werden. Eine Prognose des Freistaats liegt nicht vor, obwohl diese laut Stadt eigentlich für 14 Tage vorgesehen ist.

"Eine Mittelfristprognose ist aus Sicht der Stadt Leipzig nicht nur sinnvoll, sondern zwingend, um allen Betroffenen ein Mindestmaß an Planbarkeit zu geben." Nach Ansicht der Verwaltung greife jedoch auch bei einem Überschreiten des Wertes zunächst eine mehrtägige Übergangsfrist.

Geschäfte und Einrichtungen müssen Hygienekonzept vorlegen

Die Öffnungen sind jedoch an Bedingungen gebunden. An deren Regelung seitens des Freistaats übt sogar die Stadt Kritik.
Die Öffnungen sind jedoch an Bedingungen gebunden. An deren Regelung seitens des Freistaats übt sogar die Stadt Kritik.  © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Deswegen schreitet die Stadt nun mit Lockerungen voran.

Ab Dienstag kann der Einzelhandel wieder per "Click&Meet" öffnen, ebenso Museen und Galerien sowie körpernahe Dienstleistungen.

Auch der Sport für Kinder und Jugendliche soll ab Dienstag in Gruppen bis maximal 20 Personen im Außenbereich wieder möglich sein.

Neben der Bettenauslastung ist ein vorliegendes Hygienekonzept der Geschäfte und Einrichtungen Voraussetzung für die Öffnungen. "Zudem müssen Kunden und Besucher laut sächsischer Coronaverordnung einen dokumentierten tagesaktuellen Schnell- oder Selbsttest vorlegen."

Der Leipziger Zoo bleibt indes weiterhin geschlossen.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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