Mieser Service, Ausfälle, untergeschobene Verträge: Vodafone bekommt Negativpreis "Prellbock 2021"

Leipzig - And the loser is - Vodafone! Der Mobilfunk-Riese hat in diesem Jahr den Negativpreis der Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) - den "Prellbock 2021" - bekommen. Beschwerden über untergeschobene Verträge, unberechtigte Inkasso-Forderungen und Ignoranz beim Service seien beim Preisträger ein "Dauerbrenner", begründen die Verbraucherschützer das Votum.

Die deutsche Vodafone-Zentrale in Düsseldorf - hierhin wird der "Prellbock 2021" nun verschickt.
Die deutsche Vodafone-Zentrale in Düsseldorf - hierhin wird der "Prellbock 2021" nun verschickt.  © Federico Gambarini/dpa, Verbraucherzentrale Sachsen

Das Ergebnis war eindeutig: Von den 2749 Verbrauchern, die an der Abstimmung teilnahmen, votierten 50,56 Prozent (1390) für Vodafone.

Der Prellbock 2021, mit dem die VZS alle zwei Jahre Abzocker, Blender und Service-Nieten würdigt, geht nun nach Düsseldorf zum Firmensitz des Telekommunikationskonzerns.

"Vodafone ist in unserer täglichen Praxis der Dauerbrenner schlechthin", sagte VZS-Vorstand Andreas Eichhorst. Der Ärger reiche von mangelhaftem Kundenservice über unberechtigte Forderungen bis hin zu Leistungsausfällen etwa nach Umzügen.

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Auch mit von windigen Vodafone-Vertragsvermittlern untergeschobenen Verträgen haben es die VZS-Berater oft zu tun.

Bezeichnete Vodafone als "Dauerbrenner" bei den Verbraucher-Beschwerden: VZS-Vorstand Andreas Eichhorst.
Bezeichnete Vodafone als "Dauerbrenner" bei den Verbraucher-Beschwerden: VZS-Vorstand Andreas Eichhorst.  © Thomas Türpe

Vodafone Deutschland gelobt Besserung

VZS-Rechtsexpertin Claudia Neumerkel berichtete von hohen Inkasso-Forderungen.
VZS-Rechtsexpertin Claudia Neumerkel berichtete von hohen Inkasso-Forderungen.  © Verbraucherzentrale Sachsen

Von einem krassen Fall aus Leipzig berichtete VZS-Rechtsexpertin Claudia Neumerkel.

Einer älteren Frau sei ein Vertrag untergeschoben worden - für eine Adresse, an der sie nachweislich nie gewohnt habe. Drei Jahre lang hätte Vodafone die Verbraucherin mit Rechnungen, Mahnungen und Inkasso-Forderungen über letztlich 2000 Euro drangsaliert. Erst als sich 2021 die Verbraucherzentrale eingeschaltet habe, hätte Vodafone die unberechtigten Forderungen ausgebucht, so Neumerkel.

Verbraucherzentrale-Chef Eichhorst ermunterte bei der Preisvergabe alle Verbraucher, bei solch heftigen Fällen nicht aufzugeben, sondern sich an die VZS-Berater zu wenden.

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Vodafone Deutschland reagierte bereits auf den wenig ehrenvollen Preis. Man werde die Hinweise der VZS nutzen, um die Dienstleistungen für den Kunden zu verbessern, hieß es in einem Statement des Konzerns.

Untergeschobene Verträge würden "auf keinem Vertriebsweg" geduldet, gegen solche Vertriebspartner werde rigoros vorgegangen.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa, Verbraucherzentrale Sachsen

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