Wo der Zahnarzt jetzt das Bohren lernt: Uni setzt auf Gummipuppen

Leipzig - Diese Patienten kennen keinen Schmerz - und beschwert hat sich auch noch keiner. Bei der Ausbildung von Zahnmedizinern setzt die Universität Leipzig jetzt verstärkt auf "Phantompatienten" aus Kunststoff.

Ein Student der Uni Leipzig übt an einem "Phantompatienten".
Ein Student der Uni Leipzig übt an einem "Phantompatienten".  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Immer tiefer gräbt sich der Bohrer in den Zahn. Während ein echter Patient jetzt zumindest die Augen zusammenkneifen, vielleicht sogar aufstöhnen würde, lässt die Gummipuppe mit den Kunststoffzähnen die Bohrversuche der Studenten regungslos über sich ergehen.

Bis zum Abend hin dauern die Propädeutik-Kurse derzeit an, weil die künftigen Zahnärzte coronabedingt in kleineren Gruppen üben müssen.

Trotz der Pandemie hält die Uni Leipzig an der Ausbildung "am Patienten" fest. "Wir versuchen alles, was unbedingt sein muss, in Präsenz durchzuführen", sagt Studiendekan Prof. Sebastian Hahnel.

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274 Zahnmedizin-Studenten sind derzeit in Leipzig immatrikuliert. Ziel sei es, ihnen den Abschluss trotz Corona ohne Verzögerungen zu ermöglichen, so Hahnel.

Dafür habe einiges umsortiert werden müssen. Die Laborarbeit wurde beispielsweise heruntergefahren.

Puppen kennen keinen Schmerz.
Puppen kennen keinen Schmerz.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Wichtiger sei es, dass die angehenden Zahnärzte sicher eine Füllung anfertigen oder eine Krone präparieren könnten, meint der Professor.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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