Leipziger Bundespolizisten verfolgen Flüchtigen mit geliehenem Fahrrad!

Leipzig - Als Bundespolizisten im Leipziger Hauptbahnhof am gestrigen Mittwochmorgen einen 20-Jährigen wegen eines fehlenden Fahrscheins kontrollieren wollten, ergriff der junge Mann die Flucht. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf - und zwar mit einem geliehenem Fahrrad!

Dank eines geliehenen Fahrrads konnten die Beamten den Flüchtigen schnappen. (Symbolbild)
Dank eines geliehenen Fahrrads konnten die Beamten den Flüchtigen schnappen. (Symbolbild)  © Boris Roessler/dpa

Im ICE von Nürnberg nach Leipzig habe sich der 20-Jährige in der Toilette eingeschlossen, konnte kein Ticket vorzeigen und sich nicht ausweisen - also wurde der junge Mann am Leipziger Hauptbahnhof an Beamte der Bundespolizei übergeben.

Wie die Bundespolizeiinspektion Leipzig mitteilt, habe sich der Libyer plötzlich losgerissen und sei aus dem Bahnhof gerannt. 

Während der Verfolgung hätten die Beamten wegen einer roten Ampel an einer vielbefahrenen Straße jedoch kurz stoppen müssen. 

Daraufhin habe ein unbeteiligter Radfahrer den Polizisten kurzerhand sein Fahrrad angeboten. Der Flüchtige konnte dadurch schließlich geschnappt werden.

Der 20-Jährige habe "erheblichen Widerstand" geleistet und einem Beamten mehrmals ins Gesicht gespuckt. Bei einer Durchsuchung wurden laut Bundespolizei  mehrere Handys, noch etikettierte Kleidung und Drogen gefunden.

Ermittlungsverfahren wegen Erschleichens von Leistungen, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Diebstahls sowie Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und Körperverletzung wurden eingeleitet.

Nun sucht die Bundespolizei den unbekannten Helfer, der sein Fahrrad für die Verfolgung zur Verfügung stellte. "Um unseren Dank auch persönlich noch einmal auszudrücken, würden wir uns freuen, wenn sich der hilfsbereite Radfahrer noch einmal telefonisch 0341997990 bei uns meldet", so der stellvertretende Inspektionsleiter Denis Töwe.

UPDATE, 18 Uhr Flüchtiger in Untersuchungshaft

Wie die Polizei ergänzend mitteilte, sitzt der Geflohene mittlerweile in Untersuchungshaft.

Bei der Überprüfung des Mannes habe sich herausgestellt, dass dieser bereits mit einer Vielzahl von Aliasnamen bei den Behörden erfasst ist. Zudem soll er entgegen seiner ersten Angaben nicht 20, sondern 22 Jahre alt sein.

Die Staatsanwaltschaft beantragte schließlich Haftbefehl, den der zuständige Ermittlungsrichter wegen des dringenden Tatverdachts des unerlaubten Aufenthalts, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, der vorsätzlichen Körperverletzung und der Leistungserschleichung in zwei Fällen mit dem Haftgrund der Fluchtgefahr erließ.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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