Leipziger Polizei fahndet nach unheimlichem Kinderfänger

Leipzig - Eine Stadt jagt einen Kinderfänger: In Leipzig hat ein Unbekannter am Dienstag versucht, kleine Mädchen auf dem Weg zu Kita und Schule zu entführen (TAG24 berichtete). Bei einer Großfahndung nahm die Polizei einen Verdächtigen fest. Da sich die Ermittler aber nicht sicher sind, ob es der Täter ist, will die Polizei am heutigen Mittwoch das Umfeld mehrerer Kitas und Grundschulen absichern.

Ein Polizeifahrzeug steht vor der Kita in Leipzig-Paunsdorf. Zwei Mädchen wurden auf dem Weg dorthin von einem Kinderfänger attackiert.
Ein Polizeifahrzeug steht vor der Kita in Leipzig-Paunsdorf. Zwei Mädchen wurden auf dem Weg dorthin von einem Kinderfänger attackiert.  © Silvio Bürger

Es war wie in einem schlechten Horrorfilm, was Kinder und Eltern am Dienstag im Leipziger Stadtteil Paunsdorf erlebten. 

Gegen 6.45 Uhr hatte sich ein Unbekannter zunächst einer Vierjährigen und deren Mutter genähert, die auf dem Weg zur Kita waren. Mit einem Trick lenkte er die Frau kurz ab und griff sich dann deren Tochter. Nur der erbitterten Gegenwehr von Mutter und Kind war es zu verdanken, dass die Entführung scheiterte.

Kurz darauf versuchte der dunkel gekleidete Mann ein weiteres Mädchen auf dem Weg zur Kita zu greifen. Auch diesmal konnten die Eltern das Kidnapping verhindern. Der Kinderfänger begab sich sodann in die Nähe einer Grundschule. Hier stürzte er sich auf eine Siebenjährige, die allein auf dem Weg zur Schule war. 

Glücklicherweise konnte sich das Mädchen losreißen und in den Schutz von Passanten begeben.

Das Paunsdorfer Wäldchen - hierhin flüchtete sich der Täter nach jedem Entführungsversuch.
Das Paunsdorfer Wäldchen - hierhin flüchtete sich der Täter nach jedem Entführungsversuch.  © Silvio Bürger
Dutzende Polizisten durchstreiften nach den versuchten Kindesentführungen die Gegend.
Dutzende Polizisten durchstreiften nach den versuchten Kindesentführungen die Gegend.  © Silvio Bürger

Entführungsversuche vor Kita und Schule: Polizei will Wege absichern

Unterstützt wurden sie von einem Polizeihubschrauber.
Unterstützt wurden sie von einem Polizeihubschrauber.  © Silvio Bürger

Nach den Attacken flüchtete der Täter, der von Zeugen als etwa 1,80 Meter großer Südländer mit sportlicher Figur und dunklen welligen Haaren beschrieben wurde, immer wieder ins Paunsdorfer Wäldchen. 

Mit Spürhunden und Unterstützung einer Hubschrauberbesatzung durchsuchten Dutzende Polizisten daraufhin das 32 Hektar große Waldgebiet. Wie eine Polizeisprecherin erklärte, wurden im Laufe des Tages von mehreren Männern, die auf die Täterbeschreibung passten, die Personalien aufgenommen. 

Am Abend vermeldete die Polizei dann die Festnahme eines Mannes, zu dessen Alter und Herkunft die Behörde aber keinerlei Angaben machen wollte.

Da seine Täterschaft nicht zweifelsfrei feststeht, bleibt die Polizei weiter im Alarmmodus. So sollen Streifenbeamte und Bürgerpolizisten am heutigen Mittwoch Kita- und Schulwege absichern. Eltern wurden gebeten, ihre Kinder zu begleiten und unterwegs größere Gruppen zu bilden.

Titelfoto: Silvio Bürger

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