Professoren warnen: Herzinfarkte und Schlaganfälle nicht wegen Corona "aussitzen"

Leipzig - Ganz Sachsen zittert vor Corona. Dabei sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Todesursache Nummer 1 im Freistaat. Mehrere Professoren der Uniklinik Leipzig (UKL) appellieren deshalb: Nehmt die Symptome für Herzinfarkt und Schlaganfall auch jetzt ernst und kommt damit sofort ins Krankenhaus! Denn trotz Covid-19 sei die Notfallversorgung jederzeit sichergestellt.

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Wer zögert, medizinische Hilfe zu holen, riskiert schwerste körperliche Behinderungen.
Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Wer zögert, medizinische Hilfe zu holen, riskiert schwerste körperliche Behinderungen.  © imago images/Die Videomanufaktur

Niemand brauche Furcht vor dem Gang ins Krankenhaus zu haben.

Ob Beinbruch, Herzinfarkt oder Schlaganfall - alle medizinischen Notfälle würden trotz Corona weiterhin in vollem Umfang versorgt, so der Appell des Chefs der Zentralen UKL-Notfallaufnahme Prof. André Gries (54), des Kardiologie-Direktors Prof. Ulrich Laufs (51) und des Chef-Neurologen Prof. Joseph Claßen (58).

Die Zahlen der mit einem Schlaganfall in eine Klinik aufgenommenen Patienten seien während der Corona-Pandemie an vielen Orten zurückgegangen, berichtet Claßen besorgt.

"Das bedeutet nämlich, dass Menschen mit Schlaganfallsymptomen aus Angst vor Ansteckung nicht ins Krankenhaus kommen wollen", so der Neurologe.

So erkennt man Schlaganfälle und Herzinfarkte

Sie stehen bereit (v.l.n.r.): Die Leipziger UKL-Mediziner André Gries (Chef Notfallaufnahme), Ulrich Laufs (Klinikdirektor Kardiologie) und Joseph Claßen (Chef-Neurologe) warnen davor, aus Angst vor Corona Symptome eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls zu ignorieren.
Sie stehen bereit (v.l.n.r.): Die Leipziger UKL-Mediziner André Gries (Chef Notfallaufnahme), Ulrich Laufs (Klinikdirektor Kardiologie) und Joseph Claßen (Chef-Neurologe) warnen davor, aus Angst vor Corona Symptome eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls zu ignorieren.  © Montage: Stefan Straube/Uni.-klinikum Leipzig/dpa, Stefan Straube / UKL

Symptome seien etwa plötzlich auftretende Halbseitenlähmung, halbseitige Gefühlsstörung, halbseitige oder ein Auge betreffende Sehstörung, Doppelbildsehen, Sprachstörungen. Auch wenn sie nur flüchtig auftreten, sollten sich Betroffene umgehend ins Krankenhaus begeben, so Claßen.

Niemand müsse vor dem Klinikbesuch Angst haben, da vielfältige Vorsichtsmaßnahmen aufgebaut worden seien, stellt Kardiologe Laufs klar. Er appelliert: "Von einem Herzinfarkt geht große Gefahr aus, bitte zögern sie nicht, Hilfe zu suchen!"

Symptome sind unter anderem starke Schmerzen und Druckgefühl in der Brust, massives Enge-Gefühl, Brennen im Brustkorb, Atemnot, Übelkeit, Erbrechen und kalter Angstschweiß auf blasser Haut.

Titelfoto: imago images/Die Videomanufaktur

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