Leipzigs OB kritisiert "Wir sind alle LinX"-Demo: "Demokraten müssen sich distanzieren"

Leipzig - Der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (63, SPD) hat die "Wir sind alle LinX"-Demonstration scharf kritisiert.

Auf der "Wir sind alle LinX"-Demo trugen Teilnehmende ein Banner mit der Aufschrift "Dirk Münster - Bald ist er aus dein Traum, dann liegst du im Kofferraum".
Auf der "Wir sind alle LinX"-Demo trugen Teilnehmende ein Banner mit der Aufschrift "Dirk Münster - Bald ist er aus dein Traum, dann liegst du im Kofferraum".  © Montage: xcitepress/ses

"Steinwürfe, Brandstiftung, verletzte Polizisten - diese Demonstration war nicht friedlich. Erschreckend: Auf einem Hass-Transparent wird an die Morde der linksterroristischen RAF angespielt. Von dieser Demonstration müssen sich Demokraten distanzieren", erklärte der SPD-Politiker am Sonntag.

Am Vortag hatten sich mehrere Tausend Menschen an der Demo beteiligt. Dabei kam es unter anderem zu Steinwürfen auf Bankgebäude entlang der Route.

Ein schwarzer Block trug ein Plakat mit einer Drohung gegen den Chef der Extremismus-Einheit PTAZ der sächsischen Polizei.

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Auch Robert Habeck (52) hat das Banner scharf verurteilt. "Morddrohungen, in diesem Fall gegen den Leiter der Sonderkommission, sind widerwärtig", sagte der Grünen-Chef am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. "So wie Mordaufrufe auf Plakaten von rechts nicht hinnehmbar sind, kann man auch Morddrohungen gegen Polizisten nicht einfach hinnehmen. Das ist kein Spiel. Gewalt und Gewaltandrohungen sind in keinster Weise akzeptabel."

"Beachtlich ist, dass die Polizei nach unserem Kenntnisstand so besonnen gehandelt und deeskaliert hat", sagte Habeck zudem. "Dafür gebührt ihnen mein Respekt."

Nach dem offiziellen Ende des Aufzugs entzündeten Vermummte im Stadtteil Connewitz eine große Barrikade und ein weiteres Feuer auf der Straße. Eingesetzte Wasserwerfer wurden ebenfalls mit Steinen beworfen.

Update, 13.04 Uhr: Polizeipräsident: Morddrohung bei "LinX"-Demo wird Konsequenzen haben

Die Morddrohung auf dem Demo-Banner soll Konsequenzen haben. Die Polizei habe Videoaufnahmen gemacht, teilte Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar (62) am Sonntag mit. "Wir werden alles dafür tun, durch Auswertung der Videos die Straftäter zu überführen."

Während der Demo habe die Polizei das Transparent nicht eingezogen, weil eine Eskalation gedroht habe.

Titelfoto: xcitepress/ses

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