Benutzte in Chats "SS" statt "s": Ermittlungen zu KSK-Soldat abgeschlossen

Collm - Im Mai wurde es plötzlich unruhig im 250-Einwohner-Dörfchen Collm. Denn da sorgte ein umfangreicher Einsatz dafür, dass beim sächsischen Elitesoldaten Philipp S. (45) die Handschellen klickten (TAG24 berichtete).

Mitte Mai durchkämmten Einsatzkräfte in Collm (Nordsachsen) das Anwesen von Philipp S. (45).
Mitte Mai durchkämmten Einsatzkräfte in Collm (Nordsachsen) das Anwesen von Philipp S. (45).  © Axel Kaminski

Das Mitglied der Spezialeinheit KSK hatte offenbar seine eigene Einheit beklaut, die Ermittler fanden in seinem Garten Waffen und Sprengstoff. 

Wie die "Tagesschau" berichtet, sind fünf Monate später nun die Ermittlungen abgeschlossen. Demnach muss der Soldat mit einer Anklage wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz sowie gegen das Waffen -und Sprengstoffgesetz rechnen.

Bei den weiteren Ermittlungen stießen die Beamten auf zahlreiche Hinweise, die eine rechtsradikale Gesinnung des Beschuldigten vermuten lassen.

Bereits bei der Durchsuchung im Mai wurden ein SS-Liederbuch und Aufkleber mit Nazi-Motiven sichergestellt.

Bei der Auswertung der Daten von Handys und Latops des Beschuldigten, kamen weitere Hinweise ans Licht. 

So soll der Elitesoldat in Chats mit anderen Soldaten statt ein "s" auch öfters mal ein "SS" verwendet haben. 

Offenbar keine Anschlagspläne

In diesem schicken Eigenheim lebte der KSK-Soldat - und versteckte auf seinem Grundstück geklauten Sprengstoff.
In diesem schicken Eigenheim lebte der KSK-Soldat - und versteckte auf seinem Grundstück geklauten Sprengstoff.  © Sven Bartsch

Was Philipp S. allerdings genau mit den gehorteten Waffen und dem Sprengstoff in seinem Garten vorhatte, ist relativ unklar. 

Laut den Recherchen des NDR und WDR konnten die Ermittler keine Hinweise darauf finden, dass der 45-Jährige einen Anschlag plante. Auch für eine klare rechtsterroristische Tatabsicht soll es keine Anhaltspunkte geben.

Man soll zwar auch auf eine Verbindung zur rechten Prepper-Zelle "Nordkreuz" gestoßen sein. Diese soll allerdings nur mittelbar gewesen sein.

Die langfristigen Folgen für das Kommando Spezialkräfte, die Eliteeinheit der Bundeswehr, sind verheerend.

Nach den Ereignissen im Mai entschied Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die 2. Kompanie des KSK aufzulösen.

Titelfoto: Axel Kaminski

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