Einkaufswagen-Pflicht in Supermärkten: Handgriffe nicht desinfiziert? 

Anke Brod 

Leipzig - Alles dreht sich um Corona, auch in Supermärkten. Es geht nicht mehr nur um Hamsterkäufe. Nun machen einige Läden offenbar eine Einkaufswagen-Benutzung zur Pflicht. 

Oft reinigen die Sicherheitskräfte in Supermärkten die Griffe der Einkaufswägen - aber reicht das aus? 
Oft reinigen die Sicherheitskräfte in Supermärkten die Griffe der Einkaufswägen - aber reicht das aus?  © Anke Brod

Damit soll der Mindestabstand zum Nächsten gewährleistet sein. Auch darf vielerorts nur eine begrenzte Kundenanzahl auf einmal shoppen. In sozialen Netzwerken wird aber Unmut laut. "Was ist mit der Desinfektion von Haltegriffen, wie sollen Menschen mit Rollator nun einkaufen?", heißt es dort alarmiert.

So äußert sich die Mitarbeiterin eines Pflegedienstes im Leipziger Südosten via Facebook (Satzbau leicht geändert): 

"Heute in Mölkau beobachtet und für gefährlich empfunden: Einkaufswagen-Anzahl stark reduziert ....draußen warten die Leute auf die Einkaufswagen, die noch im Laden umherfahren. Kommt einer mit seinem Einkaufswagen raus, darf ihn ungeschützt der Nächste nehmen - kein Desinfektionsmittel, keine Handschuhe. Nehmt Euch Handschuhe mit, macht einen Schal vor den Mund! Handwarm geben sie die Einkaufswagen in die nächste Hand! 

Ihr schaut uns an, wenn wir mit Mundschutz kommen und macht einen Riesen Bogen um uns. Wir arbeiten aber in der Altenpflege und wollen nichts verbreiten. Es sind nur Vorsichtsmaßnahmen - schützt Euch bitte und bleibt gesund!"

Oft versehen Security-Leute jetzt vor und in Supermärkten ihren Dienst. 

Im besten Fall achten sie nicht nur auf den vorgeschriebenen Mindestabstand, sondern desinfizieren nach jedem Anfassen auch Einkaufswagen, Körbe oder Griffe von Kühltheken.

Gereizte Stimmung macht sich in Leipziger Supermärkten breit

Vor den Einkaufswagen sollen die Einkaufenden einen Mindestabstand einhalten. 
Vor den Einkaufswagen sollen die Einkaufenden einen Mindestabstand einhalten.  © Anke Brod

Wie es scheint, sind die Menschen in und um Leipzig  inzwischen stark verunsichert. Manche tragen in der Öffentlichkeit tatsächlich Mundschutz und Handschuhe, andere laufen noch in Gruppen umher und scheinen nichts von der hochinfektiösen Atemwegserkrankung gehört zu haben.

Die Stimmung wird gereizter, der Umgangston rauer. So wurden in Mölkau Presseanfragen von TAG24 an Supermarktkunden zum Thema "Schutz vor Coronaviren" teils barsch abgetan. 

"Kein Kommentar! Hauptsache, Sie halten den Mindestabstand ein", hieß es etwa in einer Begegnung. 

Oder ein knapper Kommentar vor einem Lebensmittelgeschäft in Holzhausen lautete abweisend: "Ja, Sie sehen doch, dass unsere Einkaufskörbe desinfiziert werden!"

Wie viele neue Situationen muss sich auch der Umgang mit Maßnahmen zum Coronavirus einspielen. Sicherlich wäre es dabei angenehmer, wenn sich alle im Umgang wertschätzend, solidarisch und nett verhielten. 

Dies könnte das ebenso große "Virus Angst" möglicherweise etwas eindämmen und mehr Halt untereinander vermitteln.

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Titelfoto: Anke Brod

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