Leipziger Galeria-Eingang voller Tier-Kacke: Wird hier wirklich "kontinuierlich" sauber gemacht?

Leipzig - Hunderte Menschen shoppen täglich bei Galeria in Leipzig, lassen sich von Verkäufern beraten und von neuen Trends inspirieren. Doch was passiert eigentlich, wenn es in dem sechsstöckigen Tempel zu einem Notfall kommt? Und wieso sind zwei Rettungstüren geschlossen? TAG24 hat nachgefragt.

"Eingang geschlossen" steht auf einem Schild im Galeria-Erdgeschoss. Es betrifft den kaum genutzten Seiteneingang zum Gewandgäßchen.  © privat

Der Seiteneingang zum Gewandgäßchen sei bereits seit Mitte 2023 geschlossen, teilt uns Barbara Blank, Galeria-Filialgeschäftsführerin in Leipzig, mit. "Grund hierfür war die sehr geringe Nutzung durch Kundinnen und Kunden."

Die von außen und innen verschlossenen Doppeltüren werden allerdings nach wie vor mit entsprechender Symbolik als Fluchtausgang gekennzeichnet.

Von innen zu öffnen sind sie durch eine hölzerne Kippvorrichtung, die in etwa 1,80 Meter Höhe zwischen die Türgriffe geklemmt ist. Diese Holzkante kann im 90-Grad-Winkel zur Seite geklappt werden, wodurch der Ausgang zum Gewandgäßchen möglich ist.

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Ist dies allerdings im Notfall von Kunden sofort wahrnehmbar? Und was ist mit Kindern oder kleinen Personen, die die Entriegelung nicht vornehmen könnten?

Galeria betont: Hier geht alles mit rechten Dingen zu. Die Leipziger Chefin geht dafür auch ins Detail.

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Galeria Leipzig: Berufsgenossenschaft und Landesdirektion haben nichts zu beanstanden

Zwei solcher Holzkanten versperren die Fluchtwegtüren, müssen im Notfall weggeklappt werden.  © privat

Derartige Kippvorrichtungen würden dem "gängigen Standard" entsprechen und dafür sorgen, dass die Türen im Alltagsbetrieb nicht unbeabsichtigt geöffnet werden.

"Für den Ernstfall ist vorgesehen, dass ein Ordnungsdienst die sichere und unmittelbare Öffnung der Türen im Rahmen einer Evakuierung gewährleistet und die Besucher aktiv ins Freie leitet." Dadurch sei sichergestellt, dass keine Kunden auf die Nutzung des Mechanismus angewiesen sind.

Diese Funktionsweise und auch die Fluchtweg-Symbolik seien "in enger Abstimmung mit der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW) angebracht" worden, versichert Blank.

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Die Landesdirektion kontrollierte die Gegebenheiten am Donnerstag, stellte "keine Beanstandungen" fest. Es sei die "leichte Bedienbarkeit der Türwächter festgestellt" worden. "Zudem befinden sich an den betroffenen Türen leicht verständliche Erklärungen zur Bedienung."

Das zustände Amt für Bauordnung und Denkmalpflege wolle die Gegebenheiten in den kommenden Tagen prüfen, teilte auf TAG24-Anfrage bisher lediglich grundsätzlich mit, "dass Rettungswege jederzeit hindernisfrei begehbar sein müssen".

Bereich vor verschlossenem Nebeneingang durch Tierkot verdreckt

Das Kopfsteinpflaster vor dem geschlossenen Gewandgäßchen-Eingang ist von Taubenkot verdreckt.  © privat

Eine weitaus unappetitlichere Problematik befindet sich vor dem verschlossenen Gewandgäßchen-Zugang. Unzählige Hinterlassenschaften von Tauben finden sich auf dem Kopfsteinpflaster im Eingangsbereich, teilweise ist der Kot bis an die Glastüren gespritzt.

Zu den Verschmutzungen komme es "aufgrund der baulichen Gegebenheiten", so Barbara Blank. Der Bereich werde "kontinuierlich" gereinigt und eine dauerhafte Taubenabwehr im Dachbereich geprüft.

"Da solche Maßnahmen nur außerhalb der Nistzeiten angebracht werden dürfen, wird eine Umsetzung voraussichtlich Anfang nächsten Jahres möglich sein", blickt die Leipziger Filialgeschäftsführerin voraus.

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