Unfassbar: Halle-Attentäter bedauert offenbar, nicht noch mehr Menschen getötet zu haben

Halle (Saale) - Seit Ende Februar tagt der Untersuchungsausschuss, um das Attentat vom 9. Oktober in Halle aufzuarbeiten. Medienberichten zufolge soll der Täter Stephan B. nun bereits ein umfassendes Geständnis abgelegt haben. 

Stephan B. sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft. 
Stephan B. sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft.  © Uli Deck/dpa

Am Montag veröffentlichte Recherchen von Nord- und Westdeutschem Rundfunk sowie der "Süddeutschen Zeitung" zufolge bedauert Stephan B., nicht noch mehr Menschen getötet und vor allem auch keine Migranten getroffen zu haben. Nach eigenen Aussagen soll der 27-Jährige es in erster Linie auf Juden abgesehen haben. 

Auslöser für seine Tat war laut den Recherchen der rechtsextremistische Anschlag im März 2019 auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch, bei dem der Attentäter 51 Menschen tötete. Das sei für ihn eine Zäsur gewesen, und er habe sich entschieden, sich zu bewaffnen, sagte B. dem Bericht zufolge den Ermittlern.

Der 27-jährige Deutsche hatte am 9. Oktober schwer bewaffnet versucht, in eine Synagoge einzudringen (TAG24 berichtete). Darin hatte die Gemeinde gerade den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur gefeiert.

Nach Halle-Attentat: Stephan B. gilt als schuldfähig

Als der Angreifer nicht in das Gotteshaus eindringen konnte, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin vor der Tür sowie kurz darauf einen 20-Jährigen in einem nahen Imbiss.

Nur die Sicherheitsvorkehrungen der Gemeinde hatten den Terroristen am Eindringen in die Synagoge gehindert - die Polizei hatte das Gotteshaus trotz des hohen Feiertages nicht durchgehend bewacht und war dafür kritisiert worden. Stephan B. soll den Recherchen zufolge ohne Helfer und Netzwerk agiert haben - die Waffen fertigte er aus Metallrohren und einem 3D-Drucker. 

Der Mann gilt nach Einschätzung von Experten als schuldfähig.

Titelfoto: Uli Deck/dpa

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