Kundgebungen gegen Gewalt in Nahost in Leipzig: Polizei ermittelt wegen antisemitischen Äußerungen

Leipzig - Mehrere hundert Menschen sind am Samstag in der Leipziger Innenstadt gegen die Gewalt im Nahen Osten auf die Straße gegangen.

Kurzzeitig war die Stimmung auf dem Leipziger Augustusplatz aufgeheizt - die Polizei spricht aber von einem größtenteils friedlichen Verlauf der Demos.
Kurzzeitig war die Stimmung auf dem Leipziger Augustusplatz aufgeheizt - die Polizei spricht aber von einem größtenteils friedlichen Verlauf der Demos.  © Silvio Bürger

Nach Angaben der Polizei nahmen an einer "Pro Palästina"-Demonstration zeitweise bis zu 500 Menschen teil. Ihnen standen den Schätzungen zufolge etwa 200 Teilnehmer einer Kundgebung "Pro Israel" gegenüber.

Anfangs sei die Stimmung kurz aufgeheizt gewesen, zwischen beiden Seiten hätten sich einige Demonstranten Wortgefechte geliefert, sagte ein Polizeisprecher. Die Situation sei aber nicht weiter eskaliert und habe sich beruhigt.

Auch in anderen deutschen Städten waren am Samstag Demonstrationen geplant. Anlass des Protestes war neben der eskalierenden Gewalt auch der Tag der "Nakba" (Katastrophe), den Palästinenser am 15. Mai begehen. Sie gedenken damit der Vertreibung und Flucht Hunderttausender Palästinenser im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.

In den vergangenen Tagen hatte es in mehreren deutschen Städten antisemitische und anti-israelische Demonstrationen gegeben.

Es wurden Israel-Flaggen angezündet, teils antisemitische Parolen skandiert. Der Schutz jüdischer Einrichtungen in Deutschland wurde inzwischen verschärft.

Pro-Palästina-Demonstranten positionierten sich mit Flaggen und Transparenten auf dem Leipziger Augustusplatz.
Pro-Palästina-Demonstranten positionierten sich mit Flaggen und Transparenten auf dem Leipziger Augustusplatz.  © News5/ Munzke

UPDATE, 17. Mai, 17.30 Uhr: Polizei ermittelt nach Demos wegen antisemitischen Äußerungen

Am Montag erstattete die Leipziger Polizei Bericht über das Demogeschehen vom Samstag. Bereits vor den angemeldeten Kundgebungen war es den Angaben der Behörde nach zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen beider Lager gekommen - Hinweisen zufolge war es sogar zu Beleidigungen und antisemitischen Äußerungen gekommen. Die Polizei prüft den Vorfall, genauso wie eine körperliche Auseinandersetzung, die sich am Anschluss an die pro-israelische Versammlung im Bereich der Moritzbastei ereignet haben soll.

Im Bereich der Eisenbahnstraße wurde im Zusammenhang mit den Versammlungen ein Autokorso festgestellt, welcher der pro Palästina Seite zuzuordnen war. Dieser wurde einer Kontrolle unterzogen, bei der vereinzelt Verkehrsordnungswidrigkeiten festgestellt wurden.

Zudem versammelten sich gegen 15.30 Uhr im Bereich des Torgauer Platzes insgesamt etwa 70 Personen, die ebenfalls der pro-palästinensischen Seite zugerechnet werden konnten. Diese wurden durch Einsatzkräfte angesprochen und auf die geltenden Regelungen der Corona-Schutz-Verordnung hingewiesen.

Sie verließen anschließend den Ort.

Titelfoto: Silvio Bürger

Mehr zum Thema Leipzig Lokal:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0