Immer weniger Geflüchtete kommen nach Leipzig: Was passiert mit den Unterkünften?

Leipzig - In den letzten Jahren ist die Zugangszahl an Geflüchteten in der Messestadt immer weiter rückläufig. Was aber passiert eigentlich mit den nun leerstehenden Auffangwohnungen oder Wohncontaineranlagen, wenn diese nicht mehr benötigt werden?

Die Wohncontainer in der Straße "An den Tierkliniken" sollen als Reservekapazitäten erhalten bleiben.
Die Wohncontainer in der Straße "An den Tierkliniken" sollen als Reservekapazitäten erhalten bleiben.  © Anke Brod

Krieg, Verfolgung, Armut - die Liste der Gründe, warum Menschen ihre Heimat verlassen, ist vielfältig. Ab 2015 stieg die Anzahl der geflüchteten Personen nach Deutschland rapide an - rund sechs Jahre später ist auch in Leipzig ein Rückgang der Zahlen zu beobachten.

Laut Angaben der Stadt wurden beispielsweise bis Juni 2020 "nur" 227 Geflüchtete aus Venezuela, Syrien, Pakistan, der Russischen Föderation oder Nigeria neu in Leipzig aufgenommen.

Ende 2020 lebten 2867 Menschen in Leipzig, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten.

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Besonders gut zu sehen ist die Dynamik im Leerstand zahlreicher Asylunterkünfte in Leipzig.

"Nachdem die Zugangszahlen Geflüchteter in den letzten Jahren rückläufig waren, wurden nicht mehr benötigte Unterbringungskapazitäten zum größeren Teil einer anderweitigen - in der Regel sozialen - Nutzung zugeführt", teilte die Stadt auf TAG24-Anfrage mit.

Und weiter: "Einige Objekte oder Teile davon bleiben als Reservekapazitäten auch weiterhin der gegebenenfalls erforderlichen Unterbringung Geflüchteter vorbehalten."

Reserve-Unterkünfte bleiben noch länger bestehen

2015 richtete die Flüchtlingsunterkunft an der Riebeckstraße ein Begegnungsfest für alle aus - die Räumlichkeiten sind auch immer noch in Betrieb.
2015 richtete die Flüchtlingsunterkunft an der Riebeckstraße ein Begegnungsfest für alle aus - die Räumlichkeiten sind auch immer noch in Betrieb.  © Anke Brod

So wurden einige nach Auslaufen der Mietverträge an den Eigentümer zurückgegeben, andere werden inzwischen wieder als Schule oder Kita genutzt, sofern die Nutzung von vornherein befristet worden war.

So geschehen ist dies beispielsweise mit Räumlichkeiten am Döner Weg oder in der Hainbuchener Straße.

Unter die nicht mehr genutzten Unterkünfte fallen beispielsweise drei Messehallen auf dem Gelände der Alten Messe, Wohngelegenheiten am Brühl oder an der Zweinanundorfer Straße. Als "Reservekapazitäten" gelten unter anderem die Container in der Straße An den Tierkliniken.

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Vor allem in Anbetracht der anhaltenden Corona-Situation sei es wichtig, solche Kapazitäten zu haben, um bei einer erneuten Flüchtlingswelle nicht überrascht zu werden.

Aber was passierte mit den zahlreichen geflüchteten Personen, die in den Unterkünften untergebracht waren?

"Die Bewohner und Bewohnerinnen 'aufgegebener' Unterkünfte wurden überwiegend auf andere Gemeinschaftsunterkünfte verteilt oder, wo möglich, erfolgte der Umzug in eine eigene Wohnung", so die Antwort der Stadt.

Titelfoto: Anke Brod

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