Kaum Kunden: Nach Halle-Attentat steht Kiez-Döner vor dem Aus

Halle (Saale) - Vor rund einem Jahr tötete der Attentäter von Halle eine Person im Kiez-Döner auf der Ludwig-Wucher-Straße. Seither hat der Imbiss ums Überleben zu kämpfen. 

Der Kiez-Döner steht vor einer finanziellen Krise.
Der Kiez-Döner steht vor einer finanziellen Krise.  © Alexander Prautzsch/dpa

Wie der Imbiss-Besitzer Ismet Tekin im Interview mit dem MDR berichtet, hatte Attentäter Stephan Balliet auch auf ihn geschossen, als er kurz davor war, den Kiez-Döner zu betreten. Seitdem leidet der junge Mann an Angststörungen und Antriebslosigkeit. 

"Ich fühle mich, als wäre in mir nichts. Ich habe eigentlich auf nichts Lust", so Ismet gegenüber dem MDR. Dazu kommen finanzielle Sorgen des Imbisses, die nicht nur auf die Corona-Krise zurückzuführen sind: Nur noch rund 25 Prozent der alten Kunden kommen in den Laden, Neukunden gibt es keine. 

Für die wirtschaftlichen Folgen des Halle-Attentats auf den Kiez-Döner gibt es keine Unterstützung vom Staat. Die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD) hat deshalb eine Spendenkampagne ins Leben gerufen, um den Imbiss-Mitarbeitern unter die Arme zu greifen. Rund 13.000 Euro sind so bereits zusammen gekommen. Die Kampagne findet Ihr >>>hier

Am 9. Oktober 2019 versuchte ein antisemitischer Rechtsterrorist, eine Synagoge im Paulusviertel von Halle zu stürmen. Sein Versuch, in die Synagoge zu gelangen, scheiterte, jedoch tötete er zwei Zivilisten, bevor er flüchtete. 

Titelfoto: Alexander Prautzsch/dpa

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