Kulturzentrum auf dem Gleisdreieck: "Wir wollen nicht nur die Clubkultur schützen"

Leipzig - Die Diskussion um den Bau eines Kulturzentrums auf dem Areal Gleisdreieck im Leipziger Süden hat begonnen.

Das Projekt Kulturzentrum auf dem Gleisdreieck beschäftigt weiterhin Leipzigs Stadtrat und Verwaltung. Auch die Anwohner haben nun ihre Sorgen geäußert und Fragen an den Stadtrat gestellt.
Das Projekt Kulturzentrum auf dem Gleisdreieck beschäftigt weiterhin Leipzigs Stadtrat und Verwaltung. Auch die Anwohner haben nun ihre Sorgen geäußert und Fragen an den Stadtrat gestellt.  © Christian Grube

Nachdem bereits Anfang des Jahres Stadtrat Thomas Kumbernuß (Die Partei) Sorgen der Bürger zum Ausdruck brachte, musste sich die Stadtverwaltung bei der Ratsversammlung am Mittwoch den Fragen der Anwohner stellen.

Gleich mehrere von ihnen hatten Anfragen gestellt. Es ging darum:

  • Ob die umliegenden Häuser und Gärten von dem Projekt bedroht sind.
  • Wie die Stadt sicherstellen will, dass alle Beteiligten - also Anwohner und Gärtner, Clubs und ihre Besucher sowie die Bahn - das Areal auch in Zukunft nutzen können, ohne in Konflikt zu geraten.
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Die Antworten darauf lieferte Baubürgermeister Thomas Dienberg (Bündnis 90/Die Grünen). Dieser ging zunächst auf die Ausgangssituation ein.

Während Leipzig in den vergangenen Jahren gewachsen war, mussten einige Clubs von ihrem bisherigen Standort weichen. Um diese zu erhalten, habe die Stadtverwaltung durch den Stadtrat den Auftrag bekommen, ein Kulturzentrum auf dem Areal des Gleisdreiecks zu errichten.

Der Standort sei für das Vorhaben ideal. Dienberg betonte jedoch: "Wir wollen nicht nur die Clubkultur auf dem Areal schützen, sondern auch die anderen Nutzungen, insbesondere die Kleingärten. Dafür werden wir uns intensiv engagieren, teilweise auch mit Ankäufen oder Teil-Ankäufen."

"Ziel muss es sein, dass wir alles in Einklang bringen"

Die Stadt will alle Beteiligten bei dem Projekt berücksichtigen. Dabei gilt es vor allem, Ängste aus dem Weg zu räumen.
Die Stadt will alle Beteiligten bei dem Projekt berücksichtigen. Dabei gilt es vor allem, Ängste aus dem Weg zu räumen.  © Christian Grube

Laut dem Baubürgermeister verfolgt die Verwaltung dabei drei Ziele: die Sicherung der Grundstücke, die Sicherung der dauerhaften Nutzung des Areals für alle Beteiligten sowie die Sicherung des nachbarschaftlichen Miteinanders.

Eigentumsrechte aktuell bewohnter Gebäude seien durch das Vorhaben nicht bedroht, versicherte Dienberg. Einige Gärten könnten dem geplanten Zufahrtsweg für das Kulturzentrum weichen.

Der Baubürgermeister betonte jedoch auch in diesem Zusammenhang: Das Ziel sei, alle Nutzungen des Areals durch Bahn, Gartenbesitzer, Anwohner und Clubgänger in Einklang zu bringen.

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Die Stadt wolle die Bürger deshalb frühzeitig an dem Entwicklungsprozess beteiligen. "Wir werden mehr als üblich machen, weil hier mehr notwendig ist. Wir wollen alle Beteiligten an einen Tisch bekommen."

Und auch Oberbürgermeister Burkhard Jung (63, SPD) äußerte sich abschließend zu den Anfragen. Das Areal Gleisdreieck werde künftig nicht mehr das Kleinod sein, das es heute ist. Er betonte jedoch auch: "Unser Ziel muss es sein, dass wir alles in Einklang bringen."

Titelfoto: Christian Grube

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