Lärm, Müll, Gewalt: Das Problem mit der Sachsenbrücke

Leipzig - In den letzten Wochen hat die Situation auf und um die Leipziger Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park immer wieder die Ordnungshüter auf den Plan gerufen. Jetzt haben sich auch Stadt und Stadtreinigung zu Wort gemeldet und an die Feierenden appelliert.

Auf der beliebten Sachsenbrücke im Leipziger Clara-Zetkin-Park kam es in letzter Zeit immer wieder zu wilden Partyszenen.
Auf der beliebten Sachsenbrücke im Leipziger Clara-Zetkin-Park kam es in letzter Zeit immer wieder zu wilden Partyszenen.  © Alexander Prautzsch/dpa-Zentralbild/dpa

"Wir bitten ausdrücklich darum rücksichtsvoll zu feiern, die gesetzliche Nachtruhe zu respektieren sowie das Vermüllen und Zerstören des öffentlichen Raumes zu vermeiden", sagte Leipzigs Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (46).

"Unsere Parks und Grünanlagen sind für alle da und sollen auch am Morgen danach zum Erholen einladen. Mit den sinkenden Infektionszahlen und Lockerungen zieht es viele Menschen zum Feiern ins Freie. Das ist nachvollziehbar, darf aber nicht zu Lasten des gemeinsamen Miteinanders sowie der Grün- und Parkanlagen gehen."

Vor knapp zwei Wochen war die Situation an dem vor allem bei jungen Leipzigerinnen und Leipzigern beliebten Treffpunkt eskaliert.

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In der Nacht zum 12. Juni hatten um die 1000 Menschen auf der Sachsenbrücke lautstark gefeiert, teilweise ordentlich gebechert und auch ein erhöhtes Gewaltpotenzial aufgewiesen.

Anders war nicht zu erklären, wie einige aus der Partymeute einen alarmierten Rettungswagen mit Flaschen bewarfen und mit Graffiti beschmierten sowie das Einsatzfahrzeug regelrecht einkesselten. Feuerwehr, Polizei und Politiker hatten sich schon kurz danach zu Wort gemeldet.

Nicht jeder räumt seinen Müll weg, wodurch der Anblick der Sachsenbrücke am nächsten Morgen oftmals alles andere als idyllisch ist.
Nicht jeder räumt seinen Müll weg, wodurch der Anblick der Sachsenbrücke am nächsten Morgen oftmals alles andere als idyllisch ist.  © Alexander Prautzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Verstärkte Präsenz an der Sachsenbrücke

In den letzten Wochen gab es mehrere Polizeieinsätze in und um die Sachsenbrücke.
In den letzten Wochen gab es mehrere Polizeieinsätze in und um die Sachsenbrücke.  © Alexander Prautzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Doch auch am vergangenen Wochenende waren die Rettungskräfte wieder in Alarmbereitschaft. Zwei Personen wurden auf der Sachsenbrücke beklaut, insgesamt vier verletzt. Und auch Ende Mai hatte es dort schon einen Raubüberfall gegeben.

Zu viel für die Behörden der Messestadt, die nun zu mehr Rücksichtnahme und Eigenverantwortung aufrufen.

"Aktuell versuchen die Ordnungskräfte täglich vor Ort dafür zu sensibilisieren, dass die Sachsenbrücke nur durch ein respektvolles Miteinander auch weiterhin ein Ort des Verweilens und der Erholung für alle sein kann", sagte Ordnungsamtsleiter Helmut Loris. Die personell präsenteren Mitarbeiter würden "die Grundsätze des Miteinanders – auch gegenüber Passanten und Anliegern" - sicherstellen.

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Zu den Regeln der Lautstärke teilte die Stadt mit: "Der Einsatz von Musikinstrumenten und Verstärkern, bei entsprechender genehmigter Sondernutzung, ist bis 22 Uhr gestattet, danach gilt die Nachtruhe."

Dennoch freue sich die Stadt, "dass Orte wie die Sachsenbrücke durch verweilende und musizierende Menschen belebt und von Jung und Alt zum Aufenthalt genutzt werden", gab Rüdiger Dittmar, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, an. "Gleichzeitig wünschen wir uns von allen Nutzenden einen respektvollen und erhaltenden Umgang mit unserem wertvollen Stadtgrün."

Titelfoto: Alexander Prautzsch/dpa-Zentralbild/dpa

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