Mysterium um Leiche im Cossi: Erst gefunden, jetzt verschwunden

Leipzig - Es ist wie in einem Mystery-Thriller: Am Grund des Cospudener Sees haben Hobby-Taucher am Sonntag einen toten Menschen entdeckt. Als Wasserschutzpolizei und DLRG-Taucher Stunden später die Leiche bergen wollten, war sie nicht mehr zu finden. Die Ermittler vermuten, dass es sich um den seit März vermissten Kanu-Sportler handelt.

Bis zum Abend suchten Wasserschutzpolizei und DLRG-Taucher nach dem Toten, fanden ihn aber nicht (mehr). (Symbolbild)
Bis zum Abend suchten Wasserschutzpolizei und DLRG-Taucher nach dem Toten, fanden ihn aber nicht (mehr). (Symbolbild)  © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Es war eine Tauchsportgruppe aus Westdeutschland, die am Sonntag den Cospudener See erkundete und dabei auch außerhalb des markierten Tauchbereichs unterwegs war.

Gegen Mittag entdeckte einer der Taucher in 30 Metern Tiefe eine Leiche. Er machte Fotos, versuchte die Stelle mit einer Boje zu markieren und alarmierte an Land die Polizei.

Weil keine Polizeitaucher in Bereitschaft waren, orderte die Behörde einen Tauchtrupp der DLRG. Mit zwei Booten fuhren die Einsatzkräfte am Nachmittag zu der vom Hobbytaucher beschriebenen Stelle.

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Doch die Leiche war nicht mehr zu finden, die Markierungsboje offenbar abgetrieben. Am Abend wurde die Suche schließlich eingestellt.

Die Wasserrettung der DLRG schickte am Nachmittag einen Tauch-Trupp zur Bergung der Leiche.
Die Wasserrettung der DLRG schickte am Nachmittag einen Tauch-Trupp zur Bergung der Leiche.  © Ashanti/Matthias Trappe

Kälte und kein Sauerstoff: Körper bis jetzt nicht aufgetaucht

Der Cospudener See südlich von Leipzig. Rund 300 Meter vom Zöbigker Hafen entfernt entdeckte ein Hobby-Taucher in 30 Metern Tiefe eine Leiche.
Der Cospudener See südlich von Leipzig. Rund 300 Meter vom Zöbigker Hafen entfernt entdeckte ein Hobby-Taucher in 30 Metern Tiefe eine Leiche.  © imago images/Sylvio Dittrich

Bei dem Toten könnte es sich um den seit Monaten vermissten Kanu-Sportler handeln.

Spaziergänger hatten am 27. März sein Boot entdeckt, das bei stürmischem Südwestwind einsam über den See trieb und letztlich am Hundestrand des Leipziger Ufers aufschlug. Im Kanu lag noch ein Rucksack des Besitzers - ein 49-jähriger Mann aus dem Erzgebirge. Trotz mehrtägiger Suche, an der auch ein Hubschrauber und ein Fährtenhund beteiligt waren, fehlte von dem Wassersportler seither jede Spur.

Das Problem: Am Grund des bis zu 54 Meter tiefen Tagebausees herrschen schon in 30 Metern Tiefe Temperaturen von nur vier bis fünf Grad, gibt es so gut wie keinen Sauerstoff. Unter diesen Bedingungen kommt es nicht zur Leichenfäulnis mit Gasbildung, so dass der Körper nicht mehr auftaucht.

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Die Polizei will den Hobby-Taucher jetzt noch einmal detailliert befragen und erst dann eine neue Suche starten.

Titelfoto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

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