Nach Flughafen-Blockade: Weitere Demonstration von Klima-Aktivisten in Leipzig geplant

Von Corinna Schwanhold

Leipzig - Nach der Blockade des Flughafens Leipzig/Halle am Wochenende wollen Klimaaktivistinnen und -aktivisten erneut gegen die Ausbaupläne des Airports und das Vorgehen der Polizei demonstrieren.

Nach der Blockade am Leipziger Flughafen am vergangenen Wochenende planen Klimaaktivisten nun erneut eine Demonstration.
Nach der Blockade am Leipziger Flughafen am vergangenen Wochenende planen Klimaaktivisten nun erneut eine Demonstration.  © Tim Wagner/dpa

Geplant sei eine Demonstration am Freitagnachmittag, teilte die Gruppe am Mittwoch mit. Im Aufruf hieß es, dass es bei der Protestaktion auch darum gehe, Solidarität zu zeigen mit den Klimaaktivisten, die "von überzogener Repression" betroffen seien.

In der Nacht zu Samstag hatten 54 Aktivisten der Initiative "CancelLEJ" die Zufahrt zum Logistikzentrum von DHL blockiert.

Sie fordern nach eigenen Angaben einen Ausbaustopp des Frachtflughafens, ein Nachtflugverbot und eine Verkehrswende.

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52 von ihnen verbrachten die Nacht im Polizeigewahrsam und kritisierten das Vorgehen der Einsatzkräfte scharf.

Die Polizei habe ungeprüft Meldungen der DHL übernommen, wonach durch die Aktion ein Schaden in Höhe von 1,5 Millionen Euro entstanden sei und Impftransporte behindert worden seien, kritisierte Paula Vogel von "CancelLEJ" am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Das habe die DHL inzwischen selbst schon widerlegt. "Es wird das Bild verbreitet, dass die Blockade eine gefährliche Aktion gewesen sei", sagte Vogel.

Aktivisten werfen Polizei vor, sie nicht genügend versorgt zu haben

Der Landtagsabgeordnete Marco Böhme (31, Die Linke) wirft der Polizei Stimmungsmache gegen Aktivisten vor. (Archivbild)
Der Landtagsabgeordnete Marco Böhme (31, Die Linke) wirft der Polizei Stimmungsmache gegen Aktivisten vor. (Archivbild)  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Der Landtagsabgeordnete Marco Böhme (31) von der Linksfraktion warf der Polizei vor, dass sie bewusst Stimmung gegen die Aktivisten schüre – "sowohl beim Thema Impfstoff, dem Millionenschaden und auch bei der vor Ort genehmigten Demonstration", hieß es in einer Pressemitteilung.

Er stellte eine Kleine Anfrage an die sächsische Regierung, in der es unter anderem um die Behandlung der Aktivisten durch die Polizei ging.

Aktivistinnen und Aktivisten hatten berichtet, dass sie kaum Nahrung bekommen und Decken zum Schlafen gefehlt hätten. Polizisten hätten sie außerdem beleidigt.

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Ein Sprecher der DHL sagte auf Anfrage, dass das Unternehmen zurzeit noch daran arbeite, den Schaden genau zu beziffern. Bei den zunächst genannten 1,5 Millionen Euro habe es sich um eine erste Schätzung gehandelt.

"Bei den Lieferungen in der Nacht waren Impfstofflieferungen dabei, aber es sind keine Verzögerungen durch die Blockade entstanden", sagte er.

Auch die Polizei wehrte sich gegen die Vorwürfe. "Wir mussten schon lange nicht mehr so viele Menschen ohne Vorbereitung in Gewahrsam nehmen", sagte ein Polizeisprecher. Deshalb sei es am Anfang zu Verzögerung beim Ablauf gekommen, grundsätzlich seien aber alle versorgt worden.

Titelfoto: Tim Wagner/dpa

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