OB Jung zu antisemitischen Parolen bei Demo: "Hier darf es keine Relativierung geben"

Leipzig - Bei einer Demonstration gegen die Gewalt im Nahen Osten am Samstag in Leipzig ertönten plötzlich antisemitische Äußerungen. Die Polizei ermittelt. Nun hat sich auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (63, SPD) zu den Vorfällen geäußert.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (63, SPD) hat die antisemitischen Äußerungen bei einer Demo am Samstag aufs schärfste verurteilt.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (63, SPD) hat die antisemitischen Äußerungen bei einer Demo am Samstag aufs schärfste verurteilt.  © Sebastian Willnow/ZB/dpa

"Wir mussten am Wochenende in Leipzig Zeugen eines offenen Antisemitismus werden", erklärte Jung am Montag in einer Mitteilung. "Was als Demonstration für die Interessen der Palästinenser begann, zeigte sehr schnell eine hässliche Fratze."

Nicht nur seien dem OB zufolge antisemitische Parolen skandiert, sondern auch "das Existenzrecht Israels infrage gestellt" worden.

Die Antwort des Stadtoberhaupts folgte auf dem Fuße: "Solcher Hass ist auf das Schärfste zu verurteilen. Hier darf es keine Relativierung geben, von keiner Seite und von keiner Partei."

Zwar müsse man die Politik in der Region nicht kritiklos hinnehmen, aber: "Wir stehen an der Seite Israels", so Jung. "Weil wir Freunde sind, dürfen wir auch die Politik kritisch hinterfragen."

Antisemitisches Verhalten auch in anderen Städten

Bereits seit 2011 unterhält Leipzig eine offizielle Städtepartnerschaft mit der israelischen Stadt Herzliya. Jung habe den Bürgermeister der Stadt Mosche Fadlon bereits kontaktiert und die Solidarität der Messemetropole betont.

"Auch die Menschen in Herzliya sind von den momentanen Angriffen aus den Palästinensergebieten betroffen und leben in Angst. Sie sollen wissen, dass wir in Leipzig an ihrer Seite stehen", so Jung.

In mehreren Städten Deutschlands war es am Wochenende zu Demonstrationen gegen die andauernde Gewalt im Nahen Osten gekommen. Nicht nur in Leipzig, sondern auch andernorts registrierten die Behörden dabei antisemitisches Verhalten. So wurden beispielsweise Israel-Flaggen angezündet und teils antisemitische Parolen skandiert.

Der Schutz jüdischer Einrichtungen in Deutschland wurde inzwischen verschärft.

Titelfoto: Sebastian Willnow/ZB/dpa

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