So hilft ein Netzwerk an der Uniklinik transsexuellen Menschen 

Leipzig - Transexuelle Menschen fühlen sich einem anderen Geschlecht zugehörig, als dem in dessen Körper sie geboren sind. Ein Team an Ärzten der Uniklinik kann Betroffenen helfen. 

Im Jahr 2019 wurden 605 Transexuelle am UKL betreut. 
Im Jahr 2019 wurden 605 Transexuelle am UKL betreut.  © Verena Kämpgen / UKL

Zum Internationalen Tag der Trans*Sichtbarkeit stellt das Uniklinikum ein Netzwerk an Ärzten vor, das aus verschiedenen Fachbereichen aufgebaut wurde. 

Möchte ein Betroffener sein empfundenes Geschlecht und seinen Körper in Einklang bringen, geht es für ihn mit einem Besuch beim Psychologen und Psychotherapeuten los. 

"Ich erhebe eine Diagnose", erklärt Psychologe Dr. Kurt Seikowski, "heißt diese am Ende Transsexualität, können von Ärzten und Patienten gemeinsam die sinnvollsten Methoden gewählt werden, den Leidensdruck zu nehmen." 

Im Jahr 2018 hat Seikowski rund 420 Transsexuelle, im vergangenen Jahr sogar 605 betreut. 

Bezüglich der Hormontherapie stehen den Patienten Endokrinologen wie Dr. Haiko Schlögl zur Seite. 

"Die gegengeschlechtliche Hormon-Therapie ist ein erheblicher Eingriff, der zu weitreichenden und meist irreversiblen Konsequenzen führt und deshalb auch Risiken birgt", sagt er.

Zwei bis drei geschlechtsangleichende OPs im Monat am UKL

Soll es für den Patienten zu einer geschlechtsangleichenden Operation kommen, die auch von der Krankenkasse genehmigt wird, kommen Professor Stefan Langer, Leiter der plastischen und ästhetischen Chirurgie am UKL, und Professor Bahriye Aktas, Direktorin der Universitäts-Frauenklinik, zum Einsatz. 

Die Mediziner führen Penis-zu-Scheide-Umgestaltungen durch, bauen für Transmänner einen künstlichen Penis im Genitalbereich auf und stellen eine weibliche Brust her, beziehungsweise können diese auch entfernen.

Zwei- bis dreimal im Monat werden von Prof. Langer geschlechtsangleichende Operationen vorgenommen. Wie er erzählt, stehen am UKL bei Bedarf weitere medizinische Fachbereiche den Transsexuellen auf ihrem Weg zu sich selbst zur Seite, beispielsweise wenn es um die Änderung der Stimmhöhe oder die Entfernung von Gesichtshaar geht. 

"Es ist schon erstaunlich, was durch die Operationen, die übrigens von den Krankenkassen voll bezahlt werden, an neuem Körpergefühl und Selbstwert entsteht", so der Professor. 

Titelfoto: Verena Kämpgen / UKL

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