Startschuss fällt am Montag: Digitaler Mängelmelder soll Leipzig sauberer machen

Von Anke Brod

Leipzig - Viele Augen sehen mehr. Deshalb geht ab Montag ein digitaler Mängelmelder rund um das Thema Sauberkeit für Leipzig online. Hier können Bürger von Mockau bis Engelsdorf über ein Kurzformular eintragen, wo sie etwa eine defekte Parkbank entdeckt haben oder wo illegal abgeladener Müll die Idylle stört.

Anblicke wie dieser sollen in Leipzig künftig kein Problem mehr sein: Mit einem sogenannten Mängelmelder können sie die Bürger der Messestadt ab Montag melden. Die Stadt kümmert sich dann um die Behebung.
Anblicke wie dieser sollen in Leipzig künftig kein Problem mehr sein: Mit einem sogenannten Mängelmelder können sie die Bürger der Messestadt ab Montag melden. Die Stadt kümmert sich dann um die Behebung.  © Anke Brod

Über die Internetseite "mitdenken.sachsen.de" sollen Bürger Alltagsmisstände der Stadtverwaltung melden. Zur optimalen Einordnung können über den Plus-Button Fotos eingespeist werden. Nach dem Absenden landen die Meldungen unmittelbar bei den zuständigen Stellen.

"Wir erhoffen uns, dass sich damit die Sauberkeit in Leipzig deutlich verbessert, weil die Handhabung so einfach ist und wir die Hinweise sofort erhalten", erläuterte Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (46, Linke) am gestrigen Freitag während einer Online-Pressekonferenz.

Vorerst laufen unter dem Link neun Meldekategorien. Diese seien nach späterer Auswertung "auffüllbar", sagte Rosenthal.

Der neue Online-Melder versteht sich als Ergänzung zu schon vorhandenen Stellen für Bürgeranliegen, wie dem Ordnungsamt unter der einprägsamen Telefonnummer 0341-123-8888.

Übervolle Papierkörbe, Hundekot und Schrotträder

Nicht nur überfüllte Papierkörbe, auch Schrotträder wie dieses, beschädigte Bänke, Spielplätze und mehr können gemeldet werden.
Nicht nur überfüllte Papierkörbe, auch Schrotträder wie dieses, beschädigte Bänke, Spielplätze und mehr können gemeldet werden.  © Anke Brod

Der Mängelmelder bietet folgende Kategorien: Illegale Abfälle, verschmutzte Glasinseln, überfüllte Papierkörbe, Hundekot, Schaden an Bänken, Schaden an Spielplätzen, Gewässerverunreinigung, Fahrzeuge ohne Kennzeichen im öffentlichen Verkehrsraum und Schrottfahrräder im öffentlichen Verkehrsraum.

Auch kann der Standort ausgewählt oder via Smartphone und GPS automatisch hinzugefügt werden. Mitmachen kann man anonym oder registriert.

Vorteil bei letzterer Variante: Der Melder erlebt über ein farbiges Punktesystem den Status. Orange bedeutet "in Arbeit", ein grünes Zeichen signalisiert "abgeschlossen". Somit wäre etwa die defekte Parkbank vor Ort repariert.

Alle Anliegen betreuen Angestellte vom Amt für Stadtgrün und Gewässer, Ordnungsamt sowie dem Eigenbetrieb Stadtreinigung. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten die Hinweise und übernehmen an öffentlichen Stellen die Beseitigung innerhalb der nächsten Tage", erklärte Thomas Kretzschmar als Erster Betriebsleiter.

Es gehe um ein gepflegtes Erscheinungsbild der Stadt, zeigte er auf. Er wünsche sich dabei die Beteiligung der Allgemeinheit.

2600 Tonnen illegaler Abfälle

Verwahrloste Privatgrundstücke bleiben allerdings ein Problem. Dafür sind auch weiterhin die Eigentümer zuständig.
Verwahrloste Privatgrundstücke bleiben allerdings ein Problem. Dafür sind auch weiterhin die Eigentümer zuständig.  © Anke Brod

Problematisch bleiben allerdings verwahrloste, vermüllte Privatgrundstücke, wurde im Mediengepräch deutlich. Hier seien die Eigentümer in der Pflicht. Nur bei ausgehender Gefahr dürfe die Stadt solche Flächen beräumen, hieß es weiter.

Öffentliche Entsorgungskosten werden über die Abfallgebührenordnung sowie die 15 städtischen Wertstoffhöfe abgewickelt. Das ließe sich perspektivisch über den Einsatz von Mülldetektiven mit Rückverfolgung illegaler Unratquellen und verhängter Bußgelder abfedern.

Aktuell wird über das Stadtratsverfahren am Aufbaukonzept für Umweltdetektive in spe gebastelt: Ab 2023 könnten dann drei Müllsheriffs an den Start gehen, so der Plan.

Und das tut scheinbar Not: Allein im Jahr 2020 sammelten Stadtreinigungsmitarbeiter und Aktive im Projekt Stadtsauberkeit stolze 2600 Tonnen illegaler Abfälle auf!

Titelfoto: Anke Brod

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