"Vermitteln christliche Botschaft!" Stadtrat streitet sich um Schafe auf dem Weihnachtsmarkt

Leipzig - Spätestens ab 2022 wird es auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt keine Schafe mehr zu Bestaunen geben. Das hat der Stadtrat mit knapper Mehrheit am Mittwoch beschlossen. 

Dürfen in verdiente Rente gehen: Die Schafe auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt (Symbolbild).
Dürfen in verdiente Rente gehen: Die Schafe auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt (Symbolbild).  © 123RF/nskyroman

Schon als der Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr noch im Gange war, erstellten Tierfreunde eine Petition gegen das Halten von Schafen auf dem Marktplatz (TAG24 berichtete). Rund ein halbes Jahr später waren die zahlreichen gesammelten Unterschriften Thema in der Leipziger Stadtratssitzung. 

Vor allem die CDU schien an den flauschigen Bewohnern des Weihnachtsmarktes festhalten zu wollen. 

"Aus tierärztlicher Sicht gibt es keine Bedenken, Schafe auf dem Weihnachtsmarkt zu halten. Das sind sozusagen 'Gemütstiere', denen es schon gut geht, wenn sie an der frischen Luft sind", so CDU-Stadträtin Siegrun Seidel. 

Für sie erfüllen die Huftiere aber auch noch einen weitaus wichtigeren Job: "Die Schafe vermittelt auf dem Weihnachtsmarkt eine christliche Botschaft und erinnern an das, worum es beim Weihnachtsfest überhaupt geht", so Seidel weiter und bekam dabei Unterstützung von AfD-Stadtrat Siegbert Droese: "Für Kinder sind die Tiere ein kleiner Höhepunkt auf dem Markt!"

Knapper Beschluss: Keine Schafe mehr auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt

Ab 2022 muss der Leipziger Weihnachtsmarkt ohne seinen "Mini-Zoo" auskommen.
Ab 2022 muss der Leipziger Weihnachtsmarkt ohne seinen "Mini-Zoo" auskommen.  © Sebastian Willnow/dpa

Das stößt vor allem bei den Grünen und der Linksfraktion auf keine Gegenliebe. 

"Dass die Schafe auf dem Weihnachtsmarkt einen Bildungsauftrag für Kinder ausführen sollen, ist eine Farce. Der Weihnachtsmarkt wäre nicht weniger beliebt, wenn es keine Schafe dort gäbe!", schimpft auch Stadtrat Thomas Kumbernuß (Die PARTEI).

Letztendlich konnte nicht zweifelsfrei belegt werden, ob den Huftieren in ihrem Gehege auf dem Weihnachtsmarkt wirklich gesundheitliche Schäden zugefügt werden. 

Vor allem aber die ethische Frage, ob Tiere hier zum Amüsement der Weihnachtsmarkt-Besucher zur Schau gestellt und Stress ausgesetzt werden sollten, spielte bei der Entscheidung der Stadträte schließlich eine Rolle: 31 der Räte entschieden sich für ein Verbot der Schafhaltung während des Weihnachtstrubels. 

Der Beschluss soll spätestens 2022 umgesetzt werden, da bis dahin noch Verträge mit den Haltern der Tiere laufen. 

Titelfoto: 123RF/nskyroman

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