Verdächtige Reservisten mit AfD-Anschluss im Bundestag

Leipzig - Vom Rassenkrieg in den Bundestag? Offenbar arbeitete Michael S., mutmaßlicher Gründer einer rechtsextremistischen Prepper-Gruppe, noch diese Woche für die Bundestagsfraktion der AfD. Zuvor fand der Reservist bereits Anstellung bei der Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt.

Nach den "Rassenkrieg"-Plänen war Michael S. auch bei der Leipziger AfD gern gesehener Redner.
Nach den "Rassenkrieg"-Plänen war Michael S. auch bei der Leipziger AfD gern gesehener Redner.  © Screenshot/facebook.com/AfD Leipzig

Nach Recherchen der "taz" und des Blogs "lsa rechtsaußen" gründete Michael S. im September 2015 bei Facebook die Gruppe "Endkampf", gedacht für Leipziger Burschenschaftler, die sich auf einen "Rassenkrieg" vorbereiten wollten. 

In einem Chat planten einige der Mitglieder, sich im Haus des Mitglieds Jörg K. im Dörfchen Beuden (bei Leipzig) zu verschanzen.

Schon vor Gründung des Chats soll Michael S. sich vorbereitet haben: "so, hab mir erstmal die zugelegt, ein paar tausend Schuss dazu und einige 32-Schuß-Stangenmagazine und man fühlt sich gleich ein wenig mehr vorbereitet", soll er Jörg K. privat geschrieben haben. 

Dass er gute Kontakte zur AfD unterhielt, verbarg er nicht, verschickte Stellenangebote der Bundestagsfraktion an Kameraden weiter.

Bundeswehr-Reservisten in Nordsachsen und Sachsen-Anhalt sollen ein rechtsextremes Netzwerk gebildet haben.
Bundeswehr-Reservisten in Nordsachsen und Sachsen-Anhalt sollen ein rechtsextremes Netzwerk gebildet haben.  © Deutzmann/Imago Images

Nach Informationen der dpa arbeitete er nun auch selbst dort, soll im Mai an der Erstellung eines Positionspapiers zur Corona-Krise gearbeitet haben. 

Ob er immer noch für die Fraktion arbeite, wollte ihr Vize-Chef nicht sagen: "Zu Angelegenheiten, die Mitarbeiter betreffen, äußere ich mich grundsätzlich nicht öffentlich."

Titelfoto: Screenshot/facebook.com/AfD Leipzig

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