Nach "ACAB"-Demo in Leipzig: Polizei prüft Beschwerde gegen weiteren Beamten

Leipzig - Bei der Anti-Polizei-Demo am 13. Dezember in Leipzig soll es nicht nur aufseiten der Demonstranten zu Fehlverhalten gekommen sein. Die Polizei hatte bereits vergangene Woche erklärt, dass gegen zwei Beamte ermittelt werde. Damit jedoch nicht genug: Eine weitere Dienstaufsichtsbeschwerde soll derzeit geprüft werden.

Nach der "ACAB"-Demo am 13. Dezember in Leipzig prüft die Polizei eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen einen Beamten der Bereitschaftspolizei.
Nach der "ACAB"-Demo am 13. Dezember in Leipzig prüft die Polizei eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen einen Beamten der Bereitschaftspolizei.  © Einsatzfahrten Leipzig

Wie die Polizeidirektion Leipzig gegenüber TAG24 mitteilte, liegt eine entsprechende Beschwerde gegen einen Beamten der Bereitschaftspolizei vor.

Der Polizist soll an einem Kontrollpunkt an der Kreuzung Herderstraße und Biedermannstraße eine Journalistin sowie einen Journalisten beim Filmen einer polizeilichen Maßnahme des Platzes verwiesen und den Einsatz von unmittelbarem Zwang angedroht haben.

Die Situation musste schließlich durch den Leipziger Polizeisprecher Olaf Hoppe geklärt werden.

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"Diese Situation wurde sofort zum Bestandteil dienstinterner Auswertungen", so Hoppe gegenüber TAG24. "Dazu liegt inzwischen auch eine Dienstaufsichtsbeschwerde des betroffenen Journalisten vor."

Die Bereitschaftspolizei bestätigte die Beschwerde auf Anfrage von TAG24. "Zum Gegenstand der Beschwerde können wir keine weiteren Angaben machen, dieser wird aktuell umfangreich aufgearbeitet."

Ermittlung gegen Beamten wegen Körperverletzung

Bereits vergangene Woche hatte die Polizei erklärt, dass in zwei Verfahren gegen Beamte ermittelt werde.
Bereits vergangene Woche hatte die Polizei erklärt, dass in zwei Verfahren gegen Beamte ermittelt werde.  © Einsatzfahrten Leipzig

Am Abend des 13. Dezember hatte es eine gegen die Polizei gerichtete Demo unter dem Motto "ACAB-Day" im Leipziger Stadtteil Connewitz gegeben (TAG24 berichtete).

Der 13. Dezember hat wegen der Zahlen-Kombination des Datums eine Bedeutung in linksradikalen Kreisen. 1312 steht für die Buchstaben ACAB und somit für den polizeifeindlichen Spruch "All Cops Are Bastards" (Deutsch: "Alle Polizisten sind Bastarde").

Die Demonstration war schließlich eskaliert, als Steine und Pyrotechnik auf Polizisten flogen.

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Bereits in der vergangenen Woche hatte die Polizei erklärt, dass in Bezug auf den darauf erfolgten Einsatz sowohl gegen Demonstranten als auch Beamte ermittelt werde (TAG24 berichtete).

Einem der Polizisten wird Körperverletzung im Amt vorgeworfen. Der Beamte ist in einem Video zu sehen, wie er einem am Boden liegenden Mann einen Schlag verpasst. Darüber hinaus werde wegen Nötigung gegen unbekannt ermittelt.

Ein Foto-Reporter hatte berichtet, von der Polizei bei seiner Arbeit behindert worden zu sein.

Aufseiten der Demo-Teilnehmer wurden bislang acht Ermittlungsverfahren eingeleitet: drei wegen Beleidigung, je eines wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Sachbeschädigung und besonders schweren Landfriedensbruchs sowie zwei wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Titelfoto: Einsatzfahrten Leipzig

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