Nach Demo-Chaos in Leipzig: Sondersitzung im Landtag wird zum Schuld-Verschiebebahnhof

Dresden - So gegensätzlich können Auffassungen sein, selbst innerhalb der Opposition: "Die Polizei hat sich nicht durchsetzt" (Linke), "Die Polizei hat angemessen reagiert" (AfD) - bei der Bewertung des Einsatzes zur Leipziger "Querdenken"-Demo klaffen die Ansichten weit auseinander, wie die gemeinsame, nicht öffentliche Sondersitzung von Innen- und Rechtsausschuss am Donnerstag im Landtag zeigte.

Damit die Abstände eingehalten werden konnten, wurde die Sondersitzung im Plenarsaal abgehalten.
Damit die Abstände eingehalten werden konnten, wurde die Sondersitzung im Plenarsaal abgehalten.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

"Außer Ausreden und gegenseitigen Schuldzuweisungen der Kenia-Koalition haben wir wenig gehört. Innenminister Wöller ist mal wieder nicht Herr der Lage und sollte endlich seinen Hut nehmen müssen", forderten die Linken-Politiker Kerstin Köditz (53) und Rico Gebhart (57).

Die AfD hingegen sieht die Verantwortung für die aus dem Ruder gelaufene Veranstaltung bei der Landesregierung.

"Die Demonstration hat nur deshalb stattgefunden, weil die Regierung vorbei an Bundes- und sächsischem Landesparlament überzogene Corona-Maßnahmen beschlossen hat", so der Abgeordnete und Polizist Sebastian Wippel (37).

Die Bewertung der Ereignisse stellte auch die "Kenia"-Partner aus CDU, Grünen und SPD vor eine Zerreißprobe. 

Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar (55) musste sich bei den Befragungen einem regelrechten Kreuzverhör stellen.
Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar (55) musste sich bei den Befragungen einem regelrechten Kreuzverhör stellen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Während die CDU Roland Wöller (50, CDU) stützt, nahmen sich auch die beiden "Kleinen" Wöller (50, CDU) und seinen Landespolizeipräsident Horst Kretzschmar zur Brust.

Beobachtern zufolge ging SPD-Innenexperte Albrecht Pallas (40) Wöller regelrecht an.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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