Nach Korruptions-Skandal der Leipziger Polizei: Zeit für den Fahrrad-Brief!

Leipzig - Fahrzeugbriefe gibt es bis dato nur für Motorräder und Autos. TAG24-Redakteur Alexander Bischoff findet, dass auch ein "Fahrrad-Brief" im Anbetracht des Rad-Skandals der Leipziger Polizei eine geeignete Maßnahme wäre. Ein Kommentar. 

Fahrräder können heutzutage sehr teuer sein - Autor Alexander Bischoff hat da eine Idee.
Fahrräder können heutzutage sehr teuer sein - Autor Alexander Bischoff hat da eine Idee.  © Ralf Seegers

Geklaute Fahrräder an Kollegen vertickt, hunderte registrierte Zweiräder nicht in die Datenbank eingepflegt und laxer Umgang mit Abmeldungen - was für eine Chaos-Truppe muss diese Zentrale Bearbeitungsstelle Fahrradkriminalität der Leipziger Polizei (ZentraB) gewesen sein (TAG24 berichtete)? 

Da ist es nicht verwunderlich, dass Sachsens größte Stadt inzwischen als Bermudadreieck wahrgenommen wird. Fahrräder verschwinden und tauchen nie wieder auf.

Fahrradregistrierung ist eine freiwillige Aufgabe der Polizei. Es ist also zunächst einmal löblich, dass sächsische Beamte dies neben ihrem normalen Vollzugsdienst mit erledigen. 

Doch sie sind damit scheinbar überfordert, zumal die Truppe personell noch immer ziemlich ausgedünnt ist.

Hochwertige Ware: Fahrzeugbriefe auch für Räder?

Leipzig ist die Hochburg der Fahrraddiebe. Dem könnte man entgegenwirken.
Leipzig ist die Hochburg der Fahrraddiebe. Dem könnte man entgegenwirken.  © Martin Gerlen/dpa

Es wäre an der Zeit, diese Art der Diebstahls-Prävention generell anders aufzustellen. Immerhin sind Fahrräder heute mehr und mehr Wertobjekte, werden nicht selten weit über 1000 Euro dafür bezahlt. Für den Preis manches E-Bikes könnte man sich locker einen Kleinwagen kaufen. 

Was spricht da eigentlich noch gegen einen verbindlichen "Fahrrad-Brief", analog dem Fahrzeugbrief für Autos und Motorräder?

Für jedes in Deutschland neu gekaufte Bike sollte meines Erachtens ein solches amtliches Dokument schon beim Erwerb ausgestellt, der rechtmäßige Eigentümer darin eingetragen und der Datensatz in einem nationalen Fahrradregister erfasst werden. Ich finde, das wäre die beste Diebstahls-Prävention. 

Denn ein geklautes Rad ohne "Papiere" verkauft sich wesentlich schlechter als die unverbindlich und zum Teil schlampig registrierten Fahrräder heute.

Titelfoto: Bildmontage: Ralf Seegers, Martin Gerlen/dpa

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