Nach mehr als 80 Jahren: In Leipzig leuchten wieder acht besondere Lichter

Leipzig - Ein leuchtendes Geschenk für Leipzig: Erstmals seit 1937 sollen acht Kerzen am Ort der ehemaligen Synagoge in der Gottschedstraße erstrahlen. Am Donnerstag wird zum Beginn des jüdischen Lichterfests ein Chanukka-Leuchter eingeweiht.

Der Chanukka-Leuchter soll am Ort der ehemaligen Synagoge in der Gottschedstraße erstrahlen. (Archivbild)
Der Chanukka-Leuchter soll am Ort der ehemaligen Synagoge in der Gottschedstraße erstrahlen. (Archivbild)  © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

"Es ist für mich ein ganz besonderes und wichtiges Zeichen der Versöhnung und des Miteinanders, dass nach so vielen Jahren ein Chanukka-Leuchter steht - noch dazu an dieser historischen und für die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Leipzig so bedeutenden Stelle", heißt es von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD).

Der 3,50 Meter hohe elektrische Kerzenhalter ist ein Geschenk von Martin Stern, dem Sohn einer ehemaligen Leipzigerin jüdischer Herkunft.

"Ich danke dem Spender von Herzen für dieses großzügige Geschenk an die Gemeinde und die Stadt. Mögen wir gemeinsam und in Frieden viele schöne Chanukka-Feste feiern", so Jung weiter.

Chanukka (hebräisch: Einweihung) wird acht Tage lang gefeiert - in diesem Jahr vom 10. bis 18. Dezember. Mit jedem Festtag erstrahlt ein weiteres Licht, das mit einer neunten Kerze aus der Mitte des Leuchters angezündet wird.

Das Fest erinnert an die Neuweihe des Tempels in Jerusalem im Jahr 165 v. Chr. Jüdische Kämpfer hatten ihr Land von griechisch-syrischer Fremdherrschaft befreit, unter der sie nur griechische Götter verehren durften. Der Legende nach gab es bei der Neuweihe nur ein kleines Kännchen geweihten Öls, das aber wie durch ein Wunder acht Tage lang im Leuchter brannte, bis neues Öl gewonnen wurde.

Die erste Kerze wird Landesrabbiner Zsolt Balla morgen entzünden.

Die Chanukkia soll nun jedes Jahr aufgestellt werden.

UPDATE, 10. Dezember, 20.08 Uhr: Chanukka-Leuchter wurde eingeweiht

Torsten Bonew, Leipzigs Erster Bürgermeister, Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Gemeinde Leipzig, und Zsolt Balla, sächsischer Landesrabbiner (v.l.n.r.), stehen am Gedenkort der ehemaligen Großen Synagoge unter dem achtarmigen Chanukka-Leuchter.
Torsten Bonew, Leipzigs Erster Bürgermeister, Küf Kaufmann, Vorsitzender der Israelitischen Gemeinde Leipzig, und Zsolt Balla, sächsischer Landesrabbiner (v.l.n.r.), stehen am Gedenkort der ehemaligen Großen Synagoge unter dem achtarmigen Chanukka-Leuchter.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa
Die Gedenkstätte an der Gottschedstraße.
Die Gedenkstätte an der Gottschedstraße.  © Stadt Leipzig

Anlässlich des Beginns des jüdischen Lichterfestes wurde der Leuchter am heutigen Donnerstagnachmittag feierlich eingeweiht.

Der Chanukka-Leuchter wurde von den Theaterwerkstätten der Leipziger Oper gefertigt.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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