Nach starkem Schneefall: Wenn mitteldeutsche Großstädte zu Ski- und Rodelpisten werden

Leipzig/Erfurt/Magdeburg - In den Wintersportgebieten stehen die Lifte still, aber auch im Flachland ist Wintersport möglich - auch auf ungewöhnliche Art und Weise: Die dicke Schneedecke nach den starken Schneefällen hat die Menschen in den Innenstädten in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt zu Ski-, Snowboard- und Rodelfahrten animiert.

Seltenes Vergnügen: Familien nutzen die Stufen des Erfurter Doms zum Rodeln.
Seltenes Vergnügen: Familien nutzen die Stufen des Erfurter Doms zum Rodeln.  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Besonders spektakulär: Im Erfurt stürzten sich Menschen mit Schlitten, Skiern und Snowboards die Stufen der langen Treppe am Dom hinunter.

Allerdings ist der Spaß spätestens am Mittwoch schon wieder vorbei: Dann wird die verschneite und vereiste Treppenanlage, die über 70 lange Stufen zum Mariendom führt, für Ski- und Rodelfahrten gesperrt sein.

"So leid es uns für die Kinder auch tut, aber wenn wir nicht einschreiten, werden die Stufen dauerhaft beschädigt", verteidigt Dombaumeister Andreas Gold die Maßnahme zugunsten des mittelalterlichen Bauwerks.

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Am Montag sei die Schneedecke noch dick genug gewesen, mittlerweile würden jedoch die Stufenkanten hervortreten, und die könnten bei den rasanten Abfahrten ausbrechen.

"Vor allem dann, wenn die Schlitten mit Erwachsenen besetzt sind, die natürlich ein anderes Gewicht auf die Waage bringen als Kinder", sagt Gold.

Er ärgert sich ein wenig, weil er am Montag verpasst hat, einmal selbst mit dem Schlitten über die Domstufen zu brausen.

Schneespaß in Halle und Leipzig

Zu Fuß gehen war gestern: In Leipzig sind seit Sonntag zahlreiche Menschen auf Skiern unterwegs.
Zu Fuß gehen war gestern: In Leipzig sind seit Sonntag zahlreiche Menschen auf Skiern unterwegs.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
Ungewöhnlich: Wintersportler gleiten auf Langlaufski geht's am Leipziger Völkerschlachtdenkmal vorbei.
Ungewöhnlich: Wintersportler gleiten auf Langlaufski geht's am Leipziger Völkerschlachtdenkmal vorbei.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Sobald die erste Schneeflocke in Sachsen-Anhalt landet, zieht es Rodler auch zur Pauluskirche in Halle. "Tag und Nacht" sausten dann sowohl Kinder als auch Erwachsene den Hügel rund um die Kirche hinab, erzählt der Kirchmeister Detlef Feige.

Allerdings: Trotz der Schneemassen seien in seiner Wahrnehmung weniger Rodler unterwegs als in einigen schneereichen Vorjahren.

Auch in Sachsen nutzen Wintersportfans die ungewöhnlich großen Schneemengen bis ins Tiefland.

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In Leipzig sind seit Sonntag zahlreiche Menschen auf Skiern unterwegs - angesichts des kniehohen Schnees und der kaum geräumten Straßen nicht das schlechteste Fortbewegungsmittel.

Schon am Sonntag sorgte eine "Urban Snowboard"-Aktion für Aufsehen und virale Videos in den sozialen Netzwerken. Gezogen von einem Jeep kurvten Snowboarder durch die leere Fußgängerzone und über den verschneiten Marktplatz.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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