Nachhaltig und stabil: Das ist die Alternative zum herkömmlichen Plastikgips!

Leipzig - Biologisch abbaubar und frei von gesundheitsschädigenden Materialien: Das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) stellt einen nachhaltigen Gips vor, der nach Gebrauch in der Biotonne entsorgt werden kann.

Prof. Martin Lacher (links), Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, mit einem Holzgips, Studienleiter Dr. Ilya Martynow mit einem herkömmlichen Plastikgips.
Prof. Martin Lacher (links), Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie, mit einem Holzgips, Studienleiter Dr. Ilya Martynow mit einem herkömmlichen Plastikgips.  © Universitätsklinikum Leipzig

Die Kinderchirurgen des UKL haben in einer über mehr als zwei Jahre dauernden Studie den klassischen Gips aus Plastikfasern ("Dynacast") mit einem aus Holzchips bestehenden Gips ("Woodcast") verglichen.

170 Kinder mit Unterarmfrakturen, die im Durchschnitt acht Jahre alt waren, wurden in diese Studie mit einbezogen. Per Zufallsprinzip erhielten sie entweder den bekannten Plastik- oder eben den neuen Holzgips.

Das Ergebnis der chemischen und biochemischen Untersuchungen, die von Experten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig (HTWK) durchgeführt worden sind, ist erstaunlich!

Der Holzgips ist nicht nur genauso stabil wie der herkömmliche, sondern er enthält außerdem keine potenziell gesundheitsschädigenden Inhaltsstoffe.

"Dieses Medizinprodukt ist vollkommen biologisch abbaubar. Wenn die Fraktur verheilt ist, können Sie es in die Biotonne oder auf den Komposthaufen werfen oder auch im heimischen Kamin verbrennen", zeigt sich Klinikdirektor Prof. Martin Lacher begeistert.

Holzgips bereits Standard in der Kinderchirurgie der Leipziger Uniklinik

Der Plastikgips hingegen enthält Stoffe, die bei manchen der kleinen Patienten Hautirritationen und Atemprobleme ausgelöst haben.

Ein weiterer Vorteil: Erhitzt man dem hölzernen Gips mit einer speziellen Wärmeplatte auf 65 Grad, lässt er sich sogar an die individuelle Form des jeweiligen Arms anpassen.

Und das Beste ist: In der Kinderchirurgie des UKL ist der hölzerne Gips wegen seiner besseren Umweltbilanz nun bereits zum Standard geworden, denn er "passt hervorragend zum Ziel des Universitätsklinikums, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in den klinischen Alltag zu integrieren."

Titelfoto: Universitätsklinikum Leipzig

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