Nächste Demo nach Krawall-Nächten: Was kommt am Samstag auf Leipzig zu?

Leipzig - Drei Krawallnächte (TAG24 berichtete) rund um das vergangene Wochenende haben bundesweit für Schlagzeilen gesorgt - mit Anspannung wird nun auch der kommende Samstag erwartet. Denn dann soll es in Leipzig wieder eine Demonstration geben.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD, l.) und Polizeipräsident Torsten Schultze (55) am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Rathaus.
Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD, l.) und Polizeipräsident Torsten Schultze (55) am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Rathaus.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Eigentlich sollte am kommenden Wochenende der EU-China-Gipfel in Leipzig stattfinden - doch wegen der Corona-Pandemie wurde das Treffen abgesagt. 

Eine Demonstration sei dennoch angemeldet, sagte Leipzigs Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (45, Linke) während einer Pressekonferenz mit Stadt- und Polizeispitzen am Dienstag.

Geplant seien 800 Teilnehmer. Die Demo solle im Osten (Eisenbahnstraße) starten und in Richtung Innenstadt ziehen. Das Motto: "Storm the fortress - Break all borders". Es lägen Erkenntnisse vor, dass der Gipfel dabei, trotz Absage, "Thema sein kann."

Ein sogenanntes Kooperationsgespräch mit den Anmeldern und der Polizei stehe noch aus. Bei dem Gespräch werde die Stadt noch einmal die Motivation des Aufzugs hinterfragen. Die Veranstalter hatten auf Twitter betont, dass von ihrer Demo keine Eskalation ausgehen werde.

Anders in den vergangenen Tagen: Nach der Räumung eines besetzten Hauses (TAG24 berichtete) im Leipziger Osten (Ludwigstraße) war es am Donnerstag, Freitag und Samstag zu Ausschreitungen gekommen. Leipzigs Polizeipräsident Torsten Schultze (55) sprach am Dienstag von "massiver Gewalt gegen Polizeibeamte". 

Man habe feststellen müssen, "dass wir in Leipzig ein Problem mit linksextremistisch motivierter Gewalt haben."

Jung über Ausschreitungen: "Kein Steinwurf schafft eine Wohnung"

Rund um das vergangene Wochenende war es in Leipzig zu Ausschreitungen gekommen.
Rund um das vergangene Wochenende war es in Leipzig zu Ausschreitungen gekommen.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

"Kein Steinwurf schafft eine Wohnung", stellte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD) bei der Konferenz im Rathaus klar. 

In Bezug auf steigende Mieten sagte er: "Es gibt in Leipzig keine Wohnungsnot, aber es gibt eine angespannte Entwicklung". So würde es in der Messestadt auch schwindende Freiräume geben. "Es wird enger. In einer wachsenden Stadt kann nicht alles bleiben, wie es ist."

Als politisches Ziel der Protestierenden vermute Jung allerdings nicht das bezahlbare Wohnen, sondern eine grundsätzliche Ablehnung des Staates.

In Connewitz seien nun Stadtteilgespräche geplant. Zwei der drei Gewaltausbrüche hatte es dort gegeben (TAG24 berichtete). "Wir müssen miteinander ganz klar eine Haltung finden zu dem Thema Gewalt. Und das kann nur eine Ächtung sein", sagte Jung.

Um die Lage für kommendes Wochenende abschließend einzuschätzen sei es laut Polizeipräsident noch zu früh.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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