Neue Cyber-Agentur in Leipzig sucht Hacker, Theologen und Philosophen

Leipzig - Der Staat sucht Hacker, um sich vor selbigen besser schützen zu können. Die neue Cyber-Agentur des Bundes, die ihren Sitz am Leipziger Flughafen haben wird (TAG24 berichtete), sucht nach Fachkräften. Auch Theologen und Philosophen seien willkommen, sagt Agentur-Chef Christoph Igel.

Christoph Igel, Geschäftsführer der neuen Cyber-Agentur des Bundes, soll Deutschland vor Cyberangriffen schützen.
Christoph Igel, Geschäftsführer der neuen Cyber-Agentur des Bundes, soll Deutschland vor Cyberangriffen schützen.  © Hendrik Schmidt/dpa

Die Cyber-Agentur fährt langsam ihre Arbeit hoch. Im September habe der erste Mitarbeiter seinen Job angetreten, so Forschungsdirektor Christoph Igel. Bis Jahresende könnten bereits 20 der 100 Stellen besetzt sein.

Dabei sucht das Gemeinschaftsprojekt von Innen- und Verteidigungsministerium nicht nur nach Ingenieuren. Auch Theologen, Philosophen und Hacker hätte Igel gern in seinem Team. 

"Natürlich brauchen wir Spezialisten für Cyber-Sicherheit, für Kryptographie, Quantentechnologie, für Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen. Unser Forschungsverständnis und der Auftrag der Cyber-Agentur ist aber umfassender", erklärt er. 

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Dazu gehörten auch Fragen zu volkswirtschaftlichen Effekten, Fragen juristischer Natur, zu Ethik oder auch zur Widerstandsfähigkeit einer Gesellschaft.

Das macht die neue Cyber-Agentur

Hacker sind nur eine Bedrohung der IT-Sicherheit. Die Cyber-Agentur würde gern auch solche Experten einstellen.
Hacker sind nur eine Bedrohung der IT-Sicherheit. Die Cyber-Agentur würde gern auch solche Experten einstellen.  © 123RF

Und was macht die Agentur? Man beschäftige sich mit der Kernfrage, wie Deutschland im Cyber- und Informationsraum souverän und sicher ist, erklärt Igel.

Das beginne schon bei der Sicherheit von Microchips, die Satelliten oder den Mobilfunk steuern. "Wenn wir Mikrochips für derartige Anwendungen nutzen, müssen diese sicher sein, es dürfen keine Fehler, keine Hintertüren enthalten sein", erklärt Igel. 

Es gelte zu vermeiden, dass Dritte über diese Chips Zugriff auf unsere Daten erhielten oder plötzlich unsere Satelliten steuern könnten.

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Die Cyber-Agentur selbst wird nicht forschen, sondern die Forschung managen und finanzieren. Das heißt, sie gibt Projekte bei Hochschulen, Unternehmen oder Start-ups in Auftrag. 

Bis 2023 hat sie dazu zunächst 350 Millionen Euro zur Verfügung.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa; 123RF

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