On the Road in Leipzig: hier gehört die Straße den Enten!

Von Anke Brod

Leipzig - Nanu? Wer watschelt in Mölkau denn da so gemütlich die Albrechtshainer Straße entlang?! Tatsächlich, es sind Mama Ente und ihr Nachwuchs, denen die Straße hier ganz offensichtlich gehört! Am gestrigen Mittwoch eskortierten Anwohner die eigenwilligen Tierchen dann aber doch lieber zurück zum sicheren Dorfteich. Und dafür musste schonmal der ein oder andere Autofahrer anhalten... 

Die kleinen Enten spazieren gemütlich zwischen Straße und Dorfteich umher.
Die kleinen Enten spazieren gemütlich zwischen Straße und Dorfteich umher.  © Anke Brod

"Ducks First" gilt für diese Wohngegend wohl schon länger. "Die spazieren immer zwischen dem Regenrückhaltebecken an der Obernaundorfer Straße, dem Kantor-Schmidt-Weg und unserem Dorfteich hin und her", wusste eine Dame aus der Nachbarschaft zu berichten.

Sodann eilte sie flugs ins Haus, um für die fröhlichen Pieleentchen ein wenig Futter als Lockmittel weg von der befahrenen Straße zu holen.

Derweil hatten es weitere besorgte Passanten mit beschwörenden Gesten aber schon geschafft, Mama Ente mitsamt ihrem wackeligem Nachwuchs das 200 Meter lange Stück Asphalt zum angestammten Domizil, dem Dorfteich, zu geleiten.

Die meisten Motoristen hatten das gefiederte Gespann dabei glücklicherweise schon von weitem bemerkt und fuhren im großen Bogen um die unbeirrten Watscheltierchen herum. 

Zweibeinige Entenlotsen bremsten Autos aus

Viele Anwohner haben bereits Bekanntschaft mit den Entchen in der Nachbarschaft gemacht.
Viele Anwohner haben bereits Bekanntschaft mit den Entchen in der Nachbarschaft gemacht.  © Anke Brod

In einigen Fällen mussten die zweibeinigen Entenlotsen aber doch wild mit den Armen fuchteln oder sich kurzfristig gar auf die Straße stellen, um herannahendes Unheil auszubremsen.

"Am Anfang waren es noch fünf Babyenten, plötzlich fehlten drei", erörterte ein anderer Anwohner das tierische Treiben an der Albrechtshainer Straße. Er glaube aber nicht, dass die Kleinen überfahren wurden. "Die hat bestimmt der Fuchs oder ein Waschbär geholt", mutmaßte er.

Der Leipziger Schriftsteller Steffen Birnbaum (59) wohnt ebenfalls in der Nachbarschaft. "Wir hatten neulich für einen Tag mal drei kleine Entchen im Hof", erinnerte er sich.

Woher sie kamen - und wohin sie dann ebenso unvermittelt wieder gingen - das vermochte er nicht zu sagen. Auch nicht, ob es die drei abtrünnigen Flauschebällchen von Mutter Ente waren. Dies wird wahrlich für immer ein Geheimnis bleiben...

Auf alle Fälle sollte sich in Mölkau nun jeder Autofahrer auf der Albrechtshainer Straße zwischen Regenrückhaltebecken und Dorfteich vorsichtshalber bis auf weiteres "wie eine lahme Ente" bewegen...

Titelfoto: Anke Brod

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