Opel Olympia Cabrio von 1938: Wie ein sächsischer Rentner seiner alten Liebe neues Leben einhaucht

Pegau - Seine große Liebe ist 82 Jahre alt, trägt ein Stahlblechkleid, ist aber seit drei Jahrzehnten im Dornröschenschlaf. Jetzt hat sich der Pegauer Rentner Helge Schubert (75) an die Arbeit gemacht, die einstige Schönheit neu zu erwecken - einen Opel Olympia Cabrio aus dem Jahre 1938.

Helge Schubert (75) und seine große Liebe - in zwei bis drei Jahren will er den Opel Olympia fertig restauriert haben.
Helge Schubert (75) und seine große Liebe - in zwei bis drei Jahren will er den Opel Olympia fertig restauriert haben.  © Frank Schmidt

Es braucht viel Fantasie, wenn man den automobilen Torso in der Werkstatt von Helge Schubert sieht und sich vorstellen will, dass dieser Opel wieder durch die Lande tuckert.

Doch der Diplomingenieur für Elektrotechnik ist wild entschlossen, seiner alten Liebe wieder neues Leben einzuhauchen. "Der Motor dreht immer noch, ich habe ihn gut eingeölt."

Der Olympia ist kein Scheunenfund. Schubert besitzt ihn bereits seit 1969. "Ich war damals Student in Chemnitz, schon verheiratet, und brauchte dringend ein Auto, hatte aber nur ein Budget von 1000 DDR-Mark", erinnert er sich.

Das habe nicht mal für einen Trabi gereicht. Durch Hörensagen stieß er auf den alten Opel, den er für sein Budget erwerben konnte.

Bis 1973 war der Olympia Schuberts "Alltagsfahrzeug", wurde dann von einem alten Ford Taunus und einem 311er Wartburg abgelöst. "Doch bis 1990 bin ich ihn noch hin und wieder gefahren", erzählt Schubert.

Mit Lederkappe steht der Oldtimer-Fan in dem Cabrio von 1938. Gekauft hatte er den Opel bereits 1969.
Mit Lederkappe steht der Oldtimer-Fan in dem Cabrio von 1938. Gekauft hatte er den Opel bereits 1969.  © Frank Schmidt
Noch muss Helge Schubert mit einem Holzhocker vorlieb nehmen. Die Originalsitze des Cabrio sollen neu bezogen werden.
Noch muss Helge Schubert mit einem Holzhocker vorlieb nehmen. Die Originalsitze des Cabrio sollen neu bezogen werden.  © Frank Schmidt
Der Motor geht noch. Schubert hatte ihn vor 30 Jahren gut "eingemottet".
Der Motor geht noch. Schubert hatte ihn vor 30 Jahren gut "eingemottet".  © Frank Schmidt

Nach der Wende eingemottet

Das alte DDR-Nummernschild mit Prägemarke hat der Rentner aufgehoben.
Das alte DDR-Nummernschild mit Prägemarke hat der Rentner aufgehoben.  © Frank Schmidt

Nach der Wende habe er aber keine Zeit mehr für sein Hobby gehabt und den Olympia eingemottet. "Ich habe ihn auseinandergenommen, mit Korrosionsschutz behandelt und eingelagert."

Zwar ist Schubert als freier Energieberater noch immer beruflich aktiv, doch hat er jetzt wieder mehr Zeit für sein Hobby. Fast täglich ist er in seiner Werkstatt und bastelt am Olympia.

"Diesen Winter werde ich ihn noch hochbocken, den Motor nach dem Fallstromvergaser-Prinzip starten, neu ölen und das Getriebe mal durchschalten."

Zwei bis drei Jahre, so schätzt Schubert, werde er brauchen, bis sein Herzensprojekt verwirklicht ist.

Titelfoto: Frank Schmidt

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