Arbeitsstart noch diesen Monat: Bundesregierung beschließt Biodiversitätszentrum in Leipzig

Leipzig - Die Bundesregierung hat die Einrichtung eines nationalen Beobachtungszentrums für Biodiversität beschlossen. Wie das Bundesumweltministerium am Mittwoch mitteilte, soll das Zentrum beim Bundesamt für Naturschutz in Leipzig angesiedelt werden und bereits in diesem Monat die Arbeit aufnehmen.

Rotkehlchen auf einem Ast. In Leipzig soll nun ein neues Zentrum entstehen, dass den Zustand der Biodiversität in Deutschland beobachten und bewerten soll.
Rotkehlchen auf einem Ast. In Leipzig soll nun ein neues Zentrum entstehen, dass den Zustand der Biodiversität in Deutschland beobachten und bewerten soll.  © Julian Stratenschulte/dpa

Es soll künftig Daten über den Zustand der Arten und Lebensräume in Deutschland liefern und die wissenschaftliche Beobachtung der Artenvielfalt langfristig sichern.

In Deutschland gibt es bereits einige etablierte Beobachtungsprogramme wie zum Beispiel das bundesweite Vogelmonitoring.

Um eine Beobachtung und Bewertung des Zustands der Biodiversität zu ermöglichen, ist es nach Angaben des Umweltministeriums nötig, Informationen aus bestehenden Programmen zusammenzuführen und durch neue zu ergänzen. Dies soll das neue Zentrum in Leipzig übernehmen. Zudem sollen die erhobenen Daten einfacher zugänglich gemacht werden.

Zu den Aufgaben der neuen Einrichtung gehört auch, die Öffentlichkeit über die gewonnenen Erkenntnisse zu informieren.

Störung natürlicher Lebensräume begünstigt Ausbruch von Pandemien

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (52, SPD) brachte das Zentrum auf den Weg.
Bundesumweltministerin Svenja Schulze (52, SPD) brachte das Zentrum auf den Weg.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Für die Anschubfinanzierung will die Bundesregierung knapp 73 Millionen Euro bereitstellen. Rund 60 Personen sollen für das Monitoring künftig zuständig sein.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (52, SPD), auf deren Vorschlag hin das Zentrum nun auf den Weg gebracht wurde, sprach am Mittwoch von einem "festen Fundament, um zukünftig das gesamte Wissen zum Zustand der Arten und Lebensräume in Deutschland zusammenführen und zugänglich zu machen."

Das Thema Artenvielfalt ist jüngst auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie in den Fokus gerückt.

Der Weltbiodiversitätsrat veröffentlichte im Herbst des vergangenen Jahres einen Bericht, in dem Forscher aufzeigen, dass die Störung natürlicher Lebensräume den Ausbruch von Pandemien begünstigt.

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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