Gratis-Masken für Einkommens-Schwache: Stadt ereilt Linken-Antrag eine Abfuhr

Leipzig - In Deutschland sind vor allem einkommensschwache Menschen besonders gefährdet, an Covid-19 zu erkranken und einen schweren Krankheitsverlauf zu erleben - so auch in Leipzig. Mit fünf zusätzlichen Gratis-Masken wollte die Linken-Fraktion im Stadtrat diesen Menschen nun unter die Arme greifen.

Gratis-Masken für Einkommensschwache? Laut CDU-Stadträtin Jessica Heller sind die Probleme der Menschen damit nicht behoben. (Symbolbild)
Gratis-Masken für Einkommensschwache? Laut CDU-Stadträtin Jessica Heller sind die Probleme der Menschen damit nicht behoben. (Symbolbild)  © Šimon Kadula/123RF

Und erhielt dafür eine deutliche Absage während der Ratsversammlung am Mittwoch.

Leipzigs Stadtverwaltung hatte sich bereits im Vorfeld gegen die Idee entschieden. "Das bedauern wir sehr", sagte Linken-Stadtrat Volker Külow, der für den Antrag warb. "Ich appelliere an Sie zu bedenken, dass wir hier nicht über die Verteilung von Luxusgütern entscheiden."

Die erste Rüge gab es daraufhin von CDU-Stadtrat Karsten Albrecht, der die Rede seines Linken-Kollegen kritisierte. "Sie sollten Ihre Wortwahl aus der SED-Zeit überdenken", kritisierte er, weil Külow von "Herrschenden" statt von "Regierenden" gesprochen hatte.

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Auch Tim Elschner von den Grünen stieß dies offenbar sauer auf. Den Antrag unterstützte er jedoch.

So kommentierte die Linke die Absage auf Facebook

"Probleme beheben wir nicht mit fünf zusätzlichen Masken"

Die endgültige Abfuhr erteilte CDU-Rätin Jessica Heller, die eine Verbindung zwischen Armut und Gesundheit keineswegs in Frage stellte. "Der Zusammenhang liegt jedoch nicht daran, dass jemandem etwas verweigert wird oder die Betroffenen keinen Zugang dazu haben."

Heller listete mehrere Gründe dafür auf, warum Ärmere eher gefährdet sind, an Covid-19 zu erkranken, darunter das Arbeitsumfeld sowie eine oftmals geringere Gesundheitsbildung. "Diese Probleme beheben wir nicht mit der Verteilung von fünf zusätzlichen Masken."

Dafür gebe es bereits genügend Angebote von Bund und Krankenkassen.

Titelfoto: Šimon Kadula/123RF

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