Stadtrat beschließt: Das 365-Euro-Ticket kommt, aber vorerst nicht für alle!

Leipzig - Seit Jahren wird das Thema rund um das 365-Euro-Ticket im Leipziger Stadtrat diskutiert. In der Ratssitzung am Mittwoch wurden nun wichtige Weichen gestellt, um das Projekt in die Wege zu leiten - allerdings sollen zunächst nur bestimmte Bevölkerungsgruppen davon profitieren.

Während der Corona-Pandemie brachen die Fahrgastzahlen der öffentlichen Verkehrsmittel in Leipzig ein. Das wiederum warf die Planungen für das 365-Euro-Ticket zurück.
Während der Corona-Pandemie brachen die Fahrgastzahlen der öffentlichen Verkehrsmittel in Leipzig ein. Das wiederum warf die Planungen für das 365-Euro-Ticket zurück.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Ab August 2021 sollen Besitzer eines Leipzig-Passes nur noch 365 Euro pro Jahr für die Nutzung von Bus und Bahn zahlen, ab Januar 2022 soll das Ticket dann auch allen Unter-27-Jährigen angeboten werden, so der Antrag der SPD und der Linken.

Dieser Vorstoß gilt als Modellprojekt und soll zunächst auf ein Jahr befristet werden und anschließend evaluiert werden, bevor eine dauerhafte Nutzung des Tickets angeboten werden könnte.

Vor der Durchsetzung muss dieser Vorschlag allerdings noch durch einige Gremien gehen, auch eine Förderung von Bund und Land ist nötig, ging aus der Ratssitzung hervor.

Während SPD, Grüne und Linke den Antrag befürworteten, gab es Kritik und Diskussion von Seiten der CDU, FDP und AfD.

Corona-Pandemie war 365-Euro-Ticket in Leipzig zurück

So führe das 365-Euro-Ticket nicht zur Verkehrswende, sondern sei nur eine Sozialpolitik für wenige, kritisierte Freibeuter-Stadtrat Sven Morlok (58).

Wichtiger sei auch ein Ausbau der Infrastruktur in den Leipziger Randgebieten, so Siegrun Seidel (62) von der CDU-Fraktion. Dies sei durch die Ausweitung der "Flexa"-Mobilitätsangebote schon in der Mache, so Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD, 63), der nach wie vor ein 365-Euro-Ticket für alle anstrebt.

Vor allem die Corona-Pandemie hatte die Pläne rund um das 365-Euro-Ticket entschieden zurückgeworfen. Die Fahrgastzahlen von Bus und Bahn - und damit auch die Einnahmen aus Fahrkartenverkäufen - waren während der Pandemie rapide eingebrochen.

Auch das Bundesverkehrsministerium hatte sich zuletzt bedeckt gehalten, was eine Bundesfinanzierung für das Projekt anging.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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