Stadtrat beschließt: Regenbogenfahne wird nicht nur zum CSD gehisst

Leipzig - Bereits seit einigen Jahren wird die Regenbogenfahne zu Beginn des "Christopher Street Days" in Leipzig gehisst, um ein Zeichen für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt zu setzen. Nun wurde in der Ratssitzung beschlossen, dass die Flagge auch einen weiteren Tag im Jahr vor dem Neuen Rathaus im Wind flattern wird.

Die Regenbogen-Flagge weht vor dem Leipziger Rathaus im Wind: Das werden die Einwohner der Messestadt nun häufiger zu sehen bekommen.
Die Regenbogen-Flagge weht vor dem Leipziger Rathaus im Wind: Das werden die Einwohner der Messestadt nun häufiger zu sehen bekommen.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Auf Antrag der SPD-Fraktion hin stand zur Diskussion, ob die Regenbogen-Fahne auch am 17. Mai, also dem Internationalen Tag gegen Homo-, Trans- und Interphobie gehisst werden soll. Den IDAHIT* gibt es seit 2005 - der Tag wird dazu genutzt, um auf die Diskriminierung und Bestrafung von Menschen hinzuweisen, die in ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität von der Heteronormativität abweichen.

Auch in anderen Städten wie Dresden sei das laut Stadträtin Christina März gang und gebe. "Es ist immer noch geltendes Recht, als Stadt Farbe zu bekennen und wäre ein gutes Signal", so die SPD-Politikerin.

Der Vorschlag traf nicht nur auf Zustimmung - die AfD etwa merkte etwas themenfern an, dass es auch andere Gelegenheiten, wie zum Beispiel den Nahost-Konflikt, gegeben hätte, an dem ein Flaggenhissen vermeintlich wichtiger gewesen wäre.

Stadtrat beschließt mehrstimmig Antrag der SPD zum IDAHIT*

Von der Partei der Grünen gab es noch inhaltliche Anmerkungen und Anregungen zum Antrag.

"Wenn ich als queere Person die Fahne am Rathaus wehen sehe, dann ist das viel mehr als nur eine Fahne", stellte Grünen-Stadtrat Martin Biederstedt klar. Wichtig sei aber auch die Diskussion, welche Flagge denn gehisst wird - neben der bekannten Regenbogen-Fahnen gäbe es beispielsweise Varianten, die mittlerweile auch Pan-, Trans- und Intersexualität besser darstelle oder auch auf schwarze, queere Menschen verweist und noch mehr Farben beinhaltet. Weiterhin regte Biederstedt an, dass nicht nur weiße cis Männer die Flaggen hissen sollten, sondern dass mehr Personen der queren Community in den Akt beteiligt werden sollten.

Mehrstimmig wurde schließlich beschlossen, dass die Fahne in ihrer bisherigen Version ab 2022 nun zweimal im Jahr gehisst wird.

In der entsprechenden Ratsversammlung im Mai soll außerdem von nun an regelmäßig über die aktuelle Lebensituation queerer Personen in Leipzig berichtet werden - inklusive konkreter Vorfällen von Homo-, Trans- und Interfeindlichkeit.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

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