Nach dem Fahrrad-Skandal: Hohn und Spott für Sachsens Polizei

Leipzig - In dem Skandal um den günstigen Verkauf sichergestellter Räder an Polizisten ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine "Vielzahl" von Beamten der sächsischen Polizei. Wie berichtet, wurden beschlagnahmte Räder, die gemeinnützigen Zwecken zugeführt werden sollten, offenbar über ein kriminelles Netzwerk verhökert - zu Schnäppchenpreisen an Polizisten und ihre Familien.

Auf diesem Gelände des Polizeiverwaltungsamtes soll ein Teil der illegalen Geschäfte abgelaufen sein. Im Netz kassieren Sachsens Ordnungshüter jedenfalls wegen der verkloppten Räder jede Menge Spott.
Auf diesem Gelände des Polizeiverwaltungsamtes soll ein Teil der illegalen Geschäfte abgelaufen sein. Im Netz kassieren Sachsens Ordnungshüter jedenfalls wegen der verkloppten Räder jede Menge Spott.  © Alexander Bischoff

In den sozialen Netzwerken kassiert die Polizei seit der TAG24-Enthüllung jede Menge Hohn und Spott. Teils sogar unter dem Hashtag #VerdächtigGuteBikes, angelehnt an "Verdächtig gute Jobs", die Werbekampagne der Polizei. Beispiele gefällig? "Sachsen hat ja mehr Fahrradpolizisten als gedacht", schreibt einer. Die Ausrüstung der Beamten wäre so günstig, dass sie den Steuerzahler so gut wie nix gekostet habe, meint ein anderer.

Ein User macht sich über die Polizeiwerbung ("Clever und schlau gegen Fahrradklau") lustig, wonach man sein Bike registrieren lassen solle: "Wie man bei der Polizei sagt: Artikelnummer". Tobias schreibt: "Und ich Depp stelle seit Jahren mein Rad an der Cop-Station am Brühl ab, wenn ich mit der Bahn verreise. Weil mir der Hauptbahnhof zu unsicher ist ... ein Spiel mit dem Feuer." Ein anderer gibt an, sein Fahrrad wäre geklaut worden - mit dem Verweis: "He Polizei, schaut ihr mal in eure Lagerhalle!" Und Bob meint frech: "Die Polizei, Dein Freund und Hehler".

Einer postet "Sätze, die bei der Polizei Sachsen nicht gesagt werden: Gutes Rad ist teuer. Ich bin wirklich radlos. Ich habe heute leider kein Rad für Dich. Wir verzeichnen eine deutlich höhere Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen in und um Leipzig ...“

Der Linken-Abgeordnete Marco Böhme (30) postete eine Anfrage, die er ans Innenministerium gestellt hat. In satirischem Ton will er wissen, seit wann der Staatsregierung Kenntnisse vorliegen, "dass Teile der Polizeidirektion Leipzig so dringend auf nicht fossile Transportmittel umsteigen möchten".

Titelfoto: Alexander Bischoff

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