Protest zum 1. Mai: Aktivisten besetzen mehrere Häuser in Leipzig

Leipzig -  Aus einigen Fenstern in den Leipziger Stadtteilen Neustadt-Neuschönefeld und Großzschocher hängen seit heute große Protest-Transparente. Der Grund: Linke Aktivisten haben in der Nacht zum 1. Mai mehrere Häuser besetzt.

Besetztes Haus in der Ludwigstraße im Leipziger Osten.
Besetztes Haus in der Ludwigstraße im Leipziger Osten.  © Screenshot/twitter.com/leipzigbesetzen

Hintergrund der Aktion: Die Gruppe #LeipzigBesetzen will mit der Hausbesetzung gegen steigende Mieten und knapper werdenden Wohnraum protestieren.

In einer Pressemitteilung fordern die Unbekannten "die Rückeroberung des öffentlichen Raumes."

Aus Leipziger Vierteln, wie der Südvorstadt, Plagwitz und Connewitz seien bereits Menschen verdrängt worden - und das sei "auch im Leipziger Osten bereits traurige Realität".

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Obwohl in diesem Jahr die Demonstrationen und Kundgebungen zum 1. Mai wegen des Coronavirus stark eingeschränkt wurden, wolle man so dennoch protestieren.

Die Aktivisten fordern bezahlbaren Wohnraum für alle.
Die Aktivisten fordern bezahlbaren Wohnraum für alle.  © Anke Brod

Die Besetzung sei dabei lediglich der Startschuss für die Freiraum-Kampagne #LeipzigBesetzen und Teil der bundesweiten Aktion #besetzen.

UPDATE, 15.10 Uhr: Scheinbesetzungen als Symbol

Bei den Hausbesetzungen in der Ludwigstraße und in Großzschocher handelte es sich laut der Initiatoren lediglich um Scheinbesetzungen. 

"Aufgrund der Coronakrise waren polizeiliche Repressionen und Verbote größerer Solidaritätsdemonstrationen zu erwarten. Deshalb haben sich die Aktivist*innen entschlossen diese symbolische Aktionsform zu wählen", so die Erklärung der Aktivisten.

Damit habe man auf den Start der Kampagne aufmerksam machen wollen. Jedoch stellen sie klar: "Bei symbolischen Aktionsformen wird es nicht bleiben."

Die Gruppe sei aber jederzeit bereit, mit der Stadt und Vermietern in Verhandlungen zu treten.

Ihr Anliegen dabei: "In Zeiten einer Pandemie ist das solidarische Schaffen von Freiräumen für schutzlose Menschen, die nicht Zuhause bleiben können, um sich und andere zu schützen, unverzichtbar. Zuhause bleiben ist einfach, wenn mensch ein Zuhause hat."

Titelfoto: Screenshot/twitter.com/leipzigbesetzen

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