Rechtsextreme Treffpunkte im Fokus: Heute "Antifaschistische Radtour" in und um Leipzig

Leipzig - Das "Ladenschluss Aktionsbündnis gegen Nazis" plant für den heutigen Sonntag eine antifaschistische Radtour in und um Leipzig. Dabei sollen wichtige Treffpunkte der rechtsextremen Szene abgefahren werden, an denen dann kleine Kundgebungen stattfinden.

Am Rabet soll die "Antifaschistische Radtour" am Sonntag starten.
Am Rabet soll die "Antifaschistische Radtour" am Sonntag starten.  © Ralf Seegers

Treffpunkt ist um 14 Uhr am Rabet, von wo aus die Teilnehmer und Veranstalter zunächst die Kamenzer Straße 10/12 besuchen wollen. In dem dortigen Gebäudekomplex befand sich bis 1945 das größte Frauenaußenlager des KZ Buchenwald.

"In den letzten Jahren fiel das Gelände als Trainingsort des neonazistischen 'Imperium Fight Team' rund um den bekannten Neonazihooligan und Wurzener Stadtrat Benjamin Brinsa auf", erklärt das Aktionsbündnis den Hintergrund. Außerdem sei die Kamenzer Straße als Treffpunkt der neonazistischen Rockerclique "Rowdys Eastside" bekannt.

Eine weitere Station auf der Route ist ein Trainingsort des "Imperium Fight Team" in Taucha. Dort sollen sich zunehmend Neonazikampfsportler sammeln.

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Nächster Stopp der Radtour wird das "Bushido-Sportcenter" in Paunsdorf sein, das ebenfalls von Neonazis als Trainingszentrum genutzt werden soll.

Auf dem Rückweg zum Rabet ist eine weitere Zwischenkundgebung an einer Kneipe auf der Wurzener Straße geplant. "In dieser den Behörden ebenfalls bekannten Kneipe begann die Tour zweier Neonazis im Oktober 2010, an deren Ende sie den jungen Kamal K. ermordeten", so das Bündnis.

Update, 14.15 Uhr: Teilnehmer der Fahrradtour sammeln sich

Pünktlich um 14 Uhr sammelten sich die Teilnehmer der Radtour am Rabet. Auch die Polizei ist mit eigenen Fahrzeugen vor Ort, um das Geschehen zu verfolgen.

Dann setzte sich die Tour mit mehreren hundert Teilnehmern über die Hermann-Liebmann-Straße Richtung Schönefeld in Bewegung. Eine Polizeieskorte begleitet die Radler auf ihrer Strecke.

Die Polizei überwacht das Geschehen rund um die Fahrradtour.
Die Polizei überwacht das Geschehen rund um die Fahrradtour.  © Einsatzfahrten Leipzig
Motorräder und Fahrräder der Polizei begleiten die Radtour.
Motorräder und Fahrräder der Polizei begleiten die Radtour.  © Einsatzfahrten Leipzig

"Rechte finden in Leipzig ein weites Netzwerk zum Trainieren für ihre Angriffe. Aus diesem Grund wollen wir mit der diesmaligen Gedenk- und Fahrradtour die Rückzugs- und Trainingsorte dieser Täter ansteuern und sichtbar machen", erklärt Theresa Grün vom Ladenschluss-Bündnis.

Titelfoto: Einsatzfahrten Leipzig

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