Riesiges Polizei-Aufgebot, Querdenker an der Messe: So wird der Demo-Samstag in Leipzig!

Leipzig - Mehr als 20.000 Demonstranten werden am Samstag zur Demo der "Querdenken"-Initiative in der Messestadt erwartet. Stadt und Polizei gaben am Freitag bekannt, wie das Versammlungsgeschehen (ab 13 Uhr) möglichst friedlich ablaufen soll. 

In Leipzig werden noch größere Ausmaße erwartet als zur Querdenker-Demo in Dresden am vergangenen Wochenende.
In Leipzig werden noch größere Ausmaße erwartet als zur Querdenker-Demo in Dresden am vergangenen Wochenende.  © Thomas Türpe

"Wir haben es mit einer sehr herausfordernden Versammlungslage zu tun", stellt Ordnungs-Bürgermeister Heiko Rosenthal gleich zu Beginn der Online-Pressekonferenz am Freitagmittag ganz treffend fest. 

Nach Information des Ordnungsamtes sind für den Samstag bereits 27 Versammlungen in der Leipziger Innenstadt gemeldet, allen voran eine Demonstration der Initiative Querdenken mit 20.000 angemeldeten Teilnehmern und ein dazugehöriger Demozug, sowie alleine schon sieben angemeldete Gegenproteste. 

Um das geltende Versammlunsgrecht mit dem erlassenen Coronaschutzgesetz zu vereinbaren, hat die Stadt Leipzig den angemeldeten Demozug jedoch verboten. "Den vorgegeben Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten ist in einem Aufzug nicht möglich", begründet Heiko Rosenthal die Entscheidung der Stadt. 

Auch wird die für die Innenstadt angemeldete "Haupt"-Demonstration der Querdenker auf das Gelände der Neuen Messe verlegt - der einzige Ort im Stadtgebiet, der gewährleisten kann, dass der Mindestabstand für jeden Demo-Teilnehmer eingehalten werden kann. 

"Querdenken"-Demo in Leipzig: Polizisten aus zahlreichen Bundesländern angefordert

Polizeipräsident Torsten Schultze hofft auf einen friedlichen Demo-Verlauf.
Polizeipräsident Torsten Schultze hofft auf einen friedlichen Demo-Verlauf.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Gegen die Entscheidung der Stadt regte sich bereits Protest, die Demo-Anmelder legten Widerspruch ein. Dieser muss vor dem Verwaltungsgericht behandelt werden.

Auch die Leipziger Polizei steckt mitten in den Vorbereitungen für den Samstag. Zur Begleitung der Demonstrierenden wird Verstärkung der Polizei aus NRW, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Berlin und Bayern erwartet. Mit mehreren Hubschraubern, Lautsprecherwagen und Bildübertragungskameras werden die Beamten im Stadtgebiet unterwegs sein. 

"Wir setzen auf eine friedliche Beteiligung von allen", bittet Polizeipräsident Torsten Schultze und möchte im Einsatz vor allem auf Kommunikation und Deeskalation setzen. Ankündigungen von Gewalttaten und die Tatsache, dass Extremisten aus dem links- wie rechtsradikalen Lager beim Demo-Geschehen involviert sind, seien bekannt und werden überwacht, so Schultze weiter.

Heiko Rosenthal wies auch darauf hin, dass private Busreisen zur Demo am Samstag verboten sind. Laut Polizei wolle man das auch auf den sächsischen Autobahnen kontrollieren. Bei der Einmietung der Demonstranten in Leipziger Hotels handele es sich außerdem um eine "missbräuchliche Unterwanderung der Corona-Schutzordnung", so Rosenthal weiter. Dies könne mit einem Bußgeld geahndet werden, genauso wie das Nichttragen eines Mund-Nase-Schutzes und das Unterkommen bei privaten Unterkünften.

"Wir bauen auf den gesunden Menschenverstand", heißt es seitens der Polizei. 

Titelfoto: Thomas Türpe

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