Sächsin betreibt flauschigen Kindergarten und Pension: "Ich habe einen Traum, den ich lebe"

Von Birgit Zimmermann

Parthenstein - Im Garten von Nadine Queitsch (35) zeigt ein großer Wegweiser an, wer sich hier austoben darf. "Welpenspielplatz" steht auf einem Holzschild, "Casa Mia" auf einem anderen, daneben prangt eine Hundepfote. Queitsch betreibt in Parthenstein im Landkreis Leipzig eine Hundepension und einen Hundekindergarten.

Ein Wegweiser im Garten von Nadine Queitsch zeigt an, wo sich große und kleine, alte und junge Hunde austoben dürfen.
Ein Wegweiser im Garten von Nadine Queitsch zeigt an, wo sich große und kleine, alte und junge Hunde austoben dürfen.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Außerdem ist sie Cavalier King Charles Spaniel-Züchterin. Jetzt, wo wieder mehr Urlaube möglich sind, füllt sich die Pension "Wunderhund" zusehends.

"Ich hatte schon immer Hunde", erzählt die 35-Jährige. "Als ich geboren wurde, hatten wir Schäferhunde. Meine Oma hatte Rottweiler." Lange züchtete sie selbst Bulldoggen.

Beruflich entschied sie sich zunächst für eine Lehre als Kauffrau im Groß- und Außenhandel, sattelte danach um auf Kosmetikerin und betrieb sechs Jahre lang zwei Friseur- und Kosmetikstudios in Leipzig. Doch 2018 gab sie ihrer alten Leidenschaft den Vorrang und eröffnete die Pension.

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Queitsch ist es wichtig, dass sie sich um alle ihre "Gäste", wie sie sagt, optimal kümmern kann. "Ich nehme nicht mehr als fünf oder sechs Hunde zur Pension, damit sie ein bisschen exklusiver betreut werden."

In einem neu gebauten Häuschen und einer umgebauten Garage hat sie Schlafplätze für die Tiere eingerichtet, dazu gibt es einen riesigen Garten, in dem die Gäste rumtollen können.

Seit Corona nicht nur Hundepension, sondern auch Kindergarten

Im Hundekindergarten betreut sie Gruppen an drei Tagen in der Woche. Die Idee dazu kam, als wegen Corona die "Urlaubsgäste" ausblieben.
Im Hundekindergarten betreut sie Gruppen an drei Tagen in der Woche. Die Idee dazu kam, als wegen Corona die "Urlaubsgäste" ausblieben.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Die Pension für Hunde, deren Halter mal eine Dienstreise machen oder auch mal einen Urlaub ohne Hund antreten wollen, habe sich gut entwickelt. Bis Corona kam. "Das hat mir schon Knüppel zwischen die Beine geworfen. Es durfte ja keiner mehr in den Urlaub fahren", sagt Queitsch.

Als die Pensionsgäste ausblieben, entwickelte sie 2020 die Idee für einen Hundekindergarten. Dreimal pro Woche betreut die 35-Jährige nun für jeweils einen Tag "feste Teams". Auch diese Gruppen sind handverlesen.

Dienstags bilden Cockerspaniel Odin, Dalmatiner Janni, Magyar Vizsla Mila, der Dänische Hofhund Taro, Straßenhündin Ronja aus Rumänien und die Bolonkas Bolle und Lotto die "harmonische Gruppe". Mittwochs kommen "die großen jungen Wilden" und donnerstags sind die Welpen an der Reihe.

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"Ich gucke mir die Hunde vorher an, welches Wesen die haben. Ich kann nur sozialverträgliche Hunde nehmen", sagte Queitsch. Dauerbeller kämen bei ihr ebenso wenig unter wie Zwingerhunde.

Die Fachkenntnisse für all das hat sich die 35-Jährige auf verschiedenen Wegen angeeignet. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen in der Hundezucht, hat einen Sachkundenachweis nach § 11 Tierschutzgesetz und Hygieneseminare besucht. "Den Rest habe ich im Blut", sagt Queitsch lachend.

"Regelrechter Haustierboom" seit Corona

Die Cavalier King Charles Spaniel züchtet sie selbst.
Die Cavalier King Charles Spaniel züchtet sie selbst.  © Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

Der Deutsche Tierschutzbund weist darauf hin, dass Tierhalterinnen und Tierhalter bei der Auswahl einer Pension eine ganze Reihe von Punkten prüfen sollten – vom Sachkundenachweis bis zur Sauberkeit.

"Auf jeden Fall sollte man sich die Pension vor der Übergabe des Tieres sehr genau ansehen", erklärte Sprecherin Lea Schmitz. Darum solle man auch nicht erst auf den letzten Drücker kurz vor einem Urlaub nach einer Unterkunft suchen.

Grundsätzlich könne eine Pension in bestimmten Situationen eine große Entlastung sein.

Ob der Bedarf an Tierpensionen nach der Corona-Pandemie noch zunehmen werde, sei spekulativ. Sicher sei jedoch, dass die Krise zu einem "regelrechten Haustierboom" geführt habe, so der Tierschutzbund.

Die Zahl der Hunde in Deutschland habe sich 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 600.000 erhöht. Schätzungen zufolge gibt es hierzulande zehn Millionen Hunde.

Von dem Hundeboom weiß auch Nadine Queitsch. Sie will allerdings an ihrem Konzept der kleinen feinen Hundepension mit individueller Betreuung festhalten, betont sie. "Ich habe nicht so das Rieseneinkommen wie manch anderer – aber ich habe einen Traum, den ich lebe."

Derzeit freut sie sich, dass die Nachfrage nach dem schwierigen Jahr 2020 wieder anzieht. Für die Sommerferien sei die Pension schon längst restlos ausgebucht.

Titelfoto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralbild/dpa

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