Scharfe Kritik an Wohnungspolitik in Sachsen: "Werden lange auf Entspannung warten"

Leipzig - Der Landesverband Sächsischer Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer Haus & Grund hat die derzeitige Wohnungspolitik scharf kritisiert.

In Sachsen ziehen viele Vermieter aufgrund des politischen Drucks den Verkauf ihrer Immobilien in Betracht. (Symbolbild)
In Sachsen ziehen viele Vermieter aufgrund des politischen Drucks den Verkauf ihrer Immobilien in Betracht. (Symbolbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

"Leider hat sich die Bundesregierung auf die Verwaltung des Wohnraummangels beschränkt. Sie hat es vollständig versäumt, Privatpersonen zu ermuntern, Mietwohnraum anzubieten", sagte der Präsident des Landesverbandes Sachsen, René Hobusch, am Dienstag in Leipzig.

Er fordert eine Rückkehr der Politik des Interessenausgleiches zwischen Mietern und Vermietern. "Ansonsten werden wir lange auf Entspannung auf dem Wohnungsmarkt warten müssen."

Zunehmende Mietenregulierung, staatliche Wohnraumlenkung sowie steigende Bürokratielasten führten demnach dazu, dass sich das Vermieten für viele private Kleinvermieter nicht mehr lohne.

In Sachsen denken laut Hobusch zehn Prozent der privaten Vermieter aufgrund des politischen Drucks über einen Verkauf nach. Rund ein Drittel wolle bei den Ausgaben für Modernisierungen sparen.

"Diese Mietwohnungen werden immer häufiger von Briefkastenfirmen aus Steueroasen und Fondsgesellschaften aufgekauft, um diese maximal zu verwerten", erläuterte Hobusch.

Mietpreisbremse in Leipzig und Dresden

In Sachsen hat sich die Landesregierung laut Haus & Grund auf die Einführung der Mietpreisbremse in Leipzig und Dresden verständigt. Zudem wurden in Leipzig im vergangenen Jahr mehrere Milieuschutzgebiete ausgewiesen.

In den Gebieten sind bestimmte Modernisierungsmaßnahmen, die die Mieten hochtreiben und zur Verdrängung bisheriger Mieter beitragen, genehmigungspflichtig.

Nach Aussage des Leipziger Oberbürgermeisters Burkhard Jung (62, SPD) betrifft dies ungefähr zwölf Prozent der Wohnungen in den entsprechenden Gebieten.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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