Schöner Sieg vor Gericht: Sächsin darf Fettabsaugen von der Steuer absetzen

Leipzig - Liposuktion bei Lipödem. Wie bitte? Ganz einfach: Lipödem ist der Fachausdruck für die krankhafte Einlagerung von Körperfett in Armen und Beinen. Der Krankheit ist durch eine Fettabsaugung (Liposuktion) beizukommen. Nach einer Entscheidung des Finanzgerichts Leipzig darf eine Frau aus Sachsen die Kosten dafür nun beim zuständigen Finanzamt als außergewöhnliche Belastung absetzen.

Fettabsaugen wurde jetzt in einem Einzelfall nicht als Schönheits-Op gewertet und darf beim Finanzamt abgesetzt werden.
Fettabsaugen wurde jetzt in einem Einzelfall nicht als Schönheits-Op gewertet und darf beim Finanzamt abgesetzt werden.  © DPA/Ulrich Perrey

Die Frau litt seit vielen Jahren unter einem Lipödem und hatte 2017 auf ärztliche Empfehlung eine Liposuktion durchführen lassen. 

Aber der Eingriff ist keine Kassenleistung. Deshalb reichte die Sächsin die Rechnung für die Operation beim Finanzamt ein. Aber das sagte Nein, die Frau klagte.

Ausschlaggebend für den Urteilsspruch war die Einschätzung, dass es sich bei einem Lipödem einerseits um eine anerkannte Krankheit handelt. Andererseits wurde die Fettabsaugung nicht wie bisher als Schönheitsoperation gewertet.

Der Richterspruch kann anderen Betroffenen nur bedingt Mut machen. Es handele sich um eine Einzelfallentscheidung, hieß es dazu vom Finanzgericht.

 Zudem ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Eine Revision beim Bundesfinanzhof ist zugelassen.

Titelfoto: DPA/Ulrich Perrey

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