"Machen weiter, bis wir ihn gefunden haben!" Suche nach Cossi-Leiche weiterhin erfolglos

Markkleeberg - In einer gemeinsamen Aktion haben private Taucher und Polizisten am Donnerstag noch einmal versucht, die am Sonntag von einem Tauchsportler entdeckte Leiche im Cospudener See für die Bergung zu lokalisieren. Doch der Tote blieb verschwunden. Trotz den schlechten Witterungsverhältnissen am Freitag geht die Suche weiter.

Polizeitaucher suchen auf dem Boot der Wasserschutzpolizei mit einem Sonar den Seegrund ab.
Polizeitaucher suchen auf dem Boot der Wasserschutzpolizei mit einem Sonar den Seegrund ab.  © Alexander Bischoff

Mit schnellen Unterwasser-Scootern waren die drei Hobby-Taucher am späten Donnerstagnachmittag vom Surferstrand gestartet. Darunter auch der Augenzeuge, der den Toten am Sonntag in etwa 30 Metern Tiefe entdeckt und fotografiert hatte.

Der Plan: Die Gruppe sollte den gleichen Tauchweg wie damals nehmen, in der Hoffnung, erneut auf die Leiche zu stoßen. Diese sollte dann mit einer Boje markiert und am Freitag von Polizeitauchern geborgen werden.

Begleitet wurden die Männer von einem Boot der Wasserschutzpolizei, auf dem sächsische Polizeitaucher mitfuhren. Mit einem Sonar versuchten sie ebenfalls, den Boden zu scannen.

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Doch es ist wie verhext: Die Leiche ist einfach nicht mehr zu finden. "Die Suche wurde abgebrochen und soll am Freitag fortgesetzt werden", sagte Polizeisprecher Chris Graupner am Abend zu TAG24.

Dann sollen auch die Polizeitaucher zum Einsatz kommen. Anders als ihre privaten Kollegen verfügen sie aber über keine Scooter, sodass sie vom Boot aus ins Wasser gelassen werden – vorschriftsgemäß mit Sicherungs- und Funkleine.

Erschöpft und enttäuscht kehren die Hobby-Taucher mit ihren Scootern an Land zurück. Sie konnten die Leiche nicht mehr lokalisieren.
Erschöpft und enttäuscht kehren die Hobby-Taucher mit ihren Scootern an Land zurück. Sie konnten die Leiche nicht mehr lokalisieren.  © Alexander Bischoff

Leiche könnte lang vermisster Kanu-Sportler aus dem Erzgebirge sein

Bei dem Toten könnte es sich um den seit Monaten vermissten Kanu-Sportler handeln.

Spaziergänger hatten am 27. März sein Boot entdeckt, das bei stürmischem Südwestwind einsam über den See trieb und letztlich am Hundestrand des Leipziger Ufers aufschlug. Im Kanu lag noch ein Rucksack des Besitzers - ein 49-jähriger Mann aus dem Erzgebirge.

Trotz mehrtägiger Suche, an der auch ein Hubschrauber und ein Fährtenhund beteiligt waren, fehlte von dem Wassersportler seither jede Spur.

UPDATE, Freitag, 9.30 Uhr: Taucher auch bei Regen im Einsatz

Am Freitagmorgen sind Taucher erneut zur Suche nach der Leiche im Cossi aufgebrochen.
Am Freitagmorgen sind Taucher erneut zur Suche nach der Leiche im Cossi aufgebrochen.  © Silvio Bürger
Auch bei Regen gehen die Taucher unter Wasser - einzig ein Gewitter könnte zum Abbruch der Mission am Freitag führen.
Auch bei Regen gehen die Taucher unter Wasser - einzig ein Gewitter könnte zum Abbruch der Mission am Freitag führen.  © Silvio Bürger

Wie Polizeisprecher Chris Graupner am Freitag gegenüber TAG24 bestätigte, soll die Suche nach der Leiche im Cossi im Laufe des Tages fortgesetzt werden.

Seit etwa 9 Uhr sind die Taucher bereits vor Ort - wann genau die Einsatzkräfte ins Wasser gehen, sei auch abhängig von den Witterungsverhältnissen. "Regen ist nicht das Problem, aber bei einem Gewitter wird der Einsatz natürlich abgebrochen, um niemanden zu gefährden. Auch der Augenzeuge, der die Leiche gefunden hat, wird vor Ort sein", so Graupner.

Dass der Tote gefunden wird, steht für die Taucher und Polizei außer Frage - auf dem Foto des Augenzeugen habe man eindeutig eine tote Person erkennen können.

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"Es wird so lange gesucht, bis wir ihn gefunden haben. Es gibt an der Stelle keine Strömung oder ähnliches, deswegen gibt es keinen Zweifel daran, dass der Körper da noch liegt", so der Polizeisprecher.

UPDATE, 14.50 Uhr: Taucheinsatz abermals abgebrochen

Am Freitagmittag wurde der Taucheinsatz am Cospudener See abermals abgebrochen. Nach Angaben der Leipziger Polizei konnte die Leiche bislang nicht geborgen werden.

Am Samstagvormittag gegen 10 Uhr soll die Suche fortgesetzt werden.

Titelfoto: Silvio Bürger

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